Gut, dass es noch solche Leute gibt
Immer erfreulich, wenn es in der heutigen Zeit in einem Verein noch ehrenamtliche Helfer gibt, denn wenn deren Arbeit bezahlt werden müsste, würde dies so manchen Verein finanziell überfordern. Einer von dieser „ehrenamtlichen Sorte“ ist bei den Ilztalbahn-Freunden der Gais Sepp. Wenn auch so mancher den Ideen und den Ansichten vom „Most-Sepp“ nichts abgewinnen kann und er damit manchmal „alleine auf weiter Flur steht“, eines muss man ihm aber lassen, er ist – und das soll nicht abwertend sondern ein Lob sein – ein „Eisenbahn-Verrückter“.
So ist Sepp an den Wochenenden fast bei jeder Zugankunft am Bahnhof, um zu schauen, dass alles reibungslos abläuft, um eventuell Fragen der „Ankömmlinge“ zu beantworten und ihnen Tipps zu geben und um auch rechtzeitig dafür zu sorgen, dass frisches Grün die Plakatsäule ziert, wie unser Foto vom vorletzten Samstag beweist. Zudem ist der 70-Jährige laufend mit seinem Fahrrad unterwegs, um Informationen und Prospekte „an den Mann zu bringen“, wobei er hin und wieder, was ihm der Schlossgeist schmunzelnd ankreidet, nicht immer gerade „vorbildlich“ unterwegs ist.Nichtsdestotrotz kann man nur hoffen, dass der „Oadinger“ weiterhin unfallfrei mit seinem Bike unterwegs ist um dadurch noch viele Jahre seiner ehrenamtlichen Tätigkeit bei der Ilztalbahn nachgehen zu können.
…….
Dieser Vorschlag wäre zu überlegen
Meiner Meinung nach einen sehr guten Verbesserungsvorschlag, was zugleich ein Service wäre für jene Radfahrer, die mit der Waldbahn am Wochenende nach Freyung kommen, unterbreitete mir neulich Regina, die sich gerne auf dem Platz vorm Cafe am Bahnhof „a Haferl Kaffee“ gönnt. So fiel der netten Dame vor zwei Wochen bei der Ankunft des Zuges auf, dass unter den Ankömmlingen auch mehrere Radfahrer samt Gefährt waren. Als die sich kurz danach noch etwas in dem Bäckereiladen besorgen wollten, blieb ihnen nichts anderes übrig, als ihr Bike einfach auf den Boden zu legen, denn die meisten dieser modernen und zudem sündteuren Radl haben keinen Radlständer mehr dran.
Vielleicht fühlt sich jetzt „zufällig“ der Gais Sepp als bekennender Radlfahrer und „Ilztalbahn-Servicemann“ angesprochen und greift diesen Vorschlag auf. Vielleicht kann er ja „irgendwo“ so einen Fahrradständer wie auf unserem Foto auftreiben oder Sepp schmiedet selber so ein „Gestell“ zamm, was für ihn als Tüftler und handwerklich äußerst Begabten vermutlich überhaupt kein Problem sein dürfte.
Bei dieser Gelegenheit noch ein großes Lob an die „Ehrenamtlichen“ der Ilztalbahn, die vergangenen Dienstag den Freyunger Bahnhof so toll auf Vordermann gebracht haben.
…….. meint
Euer Schlossgeist
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Kulturkreis mit der Ilztalbahn unterwegs
Reizvolle Eisenbahnfahrt mit Prof. Thomas Schempf
Freyung. Eine reizvolle Eisenbahnfahrt unternahmen Samstag über 30 Mitglieder des Kulturkreises: Sie machten sich in Begleitung von Prof. Dr. Thomas Schempf, einem der ehrenamtlichen Geschäftsführer und Macher der Ilztalbahn GmbH, auf den Weg durch die landschaftlich außergewöhnliche 48 Kilometer lange Strecke bis nach Passau.
Kulturkreis-Vorsitzender Dr. Claus Kappl und Prof. Schempf hießen die Reisenden willkommen. Schempf fungierte als Zugbegleiter und erwies sich als ein profunder Kenner jeden Kilometers der Fahrt, informierte über die Geschichte der Wiederbelebung der Bahnlinie, über den enormen Einsatz zahlreicher Ehrenamtlicher bei der Wiederherstellung der Trasse, über viele technische Details, über die Finanzierung und über Wandermöglichkeiten entlang der Strecke. Mit Stolz erwähnte er die Auszeichnung mit dem Bürgerkulturpreis des Bayerischen Landtags.
Schempf sprach auch die intensive Diskussion um Bahnstrecke und/oder Radweg an. Beide Anliegen schlössen sich nicht gegenseitig aus, sondern würden sich sehr sinnvoll ergänzen. Sein besonderer Dank galt dem Landkreis Freyung-Grafenau für die hervorragende Unterstützung bei der Gestaltung der Anschlussbusse in den Nationalpark und in den Böhmerwald.
Nicht nur die Kulturkreis-Mitglieder, sondern auch viele andere Reisenden genossen trotz des schlechten Wetters die angenehme Hin- und Rückfahrt mit den modernen Schienenbussen der Waldbahn. Dazwischen bestand Gelegenheit zu einem Stadtbummel in Passau.
Die Geschäftsstelle des Kulturkreises weist darauf hin, dass die ITB am 16. Februar 2013 in der Kategorie „Ideen und Impulse“ den Förderpreis des Kulturkreises erhält. Mit der Auszeichnung wird das einmalige ehrenamtliche bürgerschaftliche Engagement der ITBler gewürdigt, das nicht nur bei der Wiederherstellung der Bahnverbindung an den Tag gelegt wurde, sondern bei jeder Fahrt der Züge durch die ehrenamtlichen Zugführer und Zugbegleiter sichtbar und erfahrbar wird. – as
SO 29.04.2012 „100 Jahre auf der Donau“
Bahn-Schiff-Reise
Zug: Waldkirchen-Passau-Waldkirchen
Schiff: Passau-Engelhartszell-Passau
Das einzige Dampfschiff auf der Donau ist der Schaufelraddampfer
„Schönbrunn“ der seit 100 Jahren auf der Donau fährt! Das einst stolze
Schiff der ehemaligen DDSG wurde 1912 in Budapest gebaut und fuhr
jahrzehntelang im Liniendienst bis Passau. Erstmals gibt es eine
Kombikarte für die Anreise nach Passau Hbf mit fahrplanmäßigen
Triebwagen der Ilztalbahn ab Waldkirchen (Abfahrtszeit 08.35 Uhr) und
Übergang auf das Dampfschiff „Schönbrunn“. Das Schiff liegt unterhalb
der Hängebrücke und fährt um 11.15 Uhr ab. Vorbei an Obernzell wird
die Schleuse beim Kraftwerk Jochenstein passiert und anschließend in
Engelhartszell angelegt. Hier ist Gelegenheit das Stift Engelhartszell zu
besuchen, ehe es wieder zurück nach Passau geht. Ankunft um 16.30
Uhr und Spaziergang zum Bahnhof mit der Zugabfahrt 17.10 Uhr zurück
nach Waldkirchen.
Fahrpreise: Erw. € 34. – Juniorkarte (6-14J) € 17.-
Fahrkartenverkauf:
Infos und Internetbestellung: www.passauer-eisenbahn.de
Tourismus-Büro Waldkirchen, Ringmauerstr. 14,
Tel 08581/19433
„Selbst ist die Region – Bürger bauen Zukunft“ – so lautet das Thema des Bürgerkulturpreises 2011 des Bayerischen Landtags. Der Wettbewerb um den Bürgerkulturpreis 2011 des Bayerischen Landtags ist entschieden. Den ersten Preis, der mit 10.000 Euro dotiert ist, erhält der Förderverein Ilztalbahn e. V.. Unser Engagement, gegen viele Widerstände die stillgelegte Bahnstrecke von Passau nach Freyung im Bayerischen Wald wieder zu beleben, wurde als beispielhaft bezeichnet. Mit rund 700 Mitgliedern haben wir es uns zum Ziel gesetzt, ein grenzüberschreitendes Freizeitverkehrsnetz Donau-Ilz-Moldau von Niederbayern nach Südböhmen zu schaffen.
Zur Seite des Bayerischen Landtags
Der Wegebagger kann kommen
Was die Ilztalbahnfreunde alles auf die Beine stellten, das hätte ihnen fast niemand zugetraut. Dies alles war nur möglich Dank der zahlreichen freiwilligen Helfer und vor allem mit dem Glauben daran, dass sie es schaffen können. Viel zu dieser Leistung beigetragen hatte – wie ich so mitbekam – der Pauli Lois. Auch sein „Schatten“ und ständiger Begleiter Werner Breszler, eigentlich bei allen nur bekannt als „Blondie“, zählte zu den unermüdlichen Helfern.
Unlängst nun bekam der Baumeister Pauli den Auftrag von Architekt Streit und Professor Schempf, den beiden „Bahn-Chefs“, er solle sich als Experte um einen Wegebagger umsehen, der auch auf dem Bahngleis fahren kann. Der Grund für diese Anschaffung:, 23 Kilometer Gräben und zahlreiche Bahnübergänge auf der 50 Kilometer langen Bahntrasse müssen regelmäßig „bearbeitet“ werden, was händisch fast nicht mehr zu bewältigen sei.
So fuhren also vergangenen Mittwoch der Lois, sein Baggerfahrer Günter Spindler, Werkstattmeister Petzi und auch „Blondie“, der ja wie ich so hörte früher einmal Gleisbauarbeiter war, ins österreichische Wels, um sich bei der Firma „Gleisbahnbau“ nach so einem „Gefährt“ umzuschauen. Es dauerte gar nicht lange, da hatte man sich für einen, wenn auch zehn Jahre alten gebrauchten Wegebagger entschieden. Der wurde dann natürlich gleich „auf Herz und Nieren“ von Spindler und Petzi getestet und abschließend „für sehr gut“ befunden. Auch Lois war von diesem „Hilfsmittel“, wie er sagte, sehr angetan.
Wenn nun demnächst noch „einige Kleinigkeiten“ geklärt sind und „der Segen der Vorstandschaft erteilt wird“, steht also einer Inbetriebnahme dieses Wegebaggers auf der Bahnstrecke zwischen Freyung und Passau rechtzeitig zur Saisoneröffnung im Mai nichts mehr im Wege.
……….. ,
meint dazu
Euer Schlossgeist
Auch heuer gingen wieder viele Behörden aufs Eis
Traditionelles Eisstockturnier dient dem kollegialen Miteinander – Gemeinde Saldenburg gewinnt Wanderpokal des Regierungspräsidenten
Von Otto DraxingerWaldkirchen. Wieder einmal „aufs Eis“ im wahrsten Sinne des Wortes gingen Behörden aus den Landkreisen Freyung-Grafenau und Passau sowie aus der niederbayerischen Bezirkshauptstadt Landshut. Insgesamt 25 Mannschaften sind von Gemeinden, Märkte und Städte sowie Landes- und Bundesbehörden zur Teilnahme am traditionellen und heuer 36. Eisstockturnier der Stadt Waldkirchen in der Waldkirchner Eishalle gestellt worden.
„Sonst kennt man sich nur vom Auto aus oder vom Telefonieren“, sagt einer der Teilnehmer – obwohl man ein ganzes Jahr zusammenarbeitet. Das ist auch einer der Hauptgründe für die Abhaltung des Turniers und dass man daran teilnimmt. Dass das Behörden-Eisstockturnier auch nach nahezu vier Jahrzehnten nicht an Attraktivität eingebüßt hat zeige sich daran, „dass sich auch heuer zum 36. Mal wieder über 100 Personen in 25 Moarschaften daran beteiligen“, stellte Bürgermeister Josef Höppler fest, der sowohl als Hausherr, als auch als Aktiver zusammen mit Landratsstellvertreter Helmut Behringer alle Stockschützinnen und -schützen sowie Zuschauer, Fans und Organisationspersonal in der Waldkirchner Eishalle begrüßte.
Dann flitzten auch schon die bunten Eisstöcke über das gut präparierte Eis – und trotz allem Spaß an dieser geselligen Sportart war durchaus auch der gesunde sportliche Ehrgeiz erkennbar. Immerhin ging es neben der persönlichen Ehre auch um den Wanderpokal des Regierungspräsidenten, um gute Platzierungen und schöne Preise. Das zu erreichen dauerte aber bis in die Abendstunden hinein und dazwischen wurde kennengelernt, gespaßt, gefachsimpelt, gezielt, „a’gmast“, gemessen, entschieden und geschrieben – und schnell war die Zeit verflogen. Souveräner Schiedsrichter war Arnulf Pangratz.
Hungrig und ein wenig ausgepowert haben sich dann alle nach dem Finale drunten im Bürgerhaus eingefunden, zum Essen, zum Diskutieren und zur Siegerehrung.
Die Grüße des Regierungspräsidenten Heinz Grunwald, der die Schirmherrschaft für den Behördenwettbewerb wieder gerne übernommen und einen Pokal gestiftet hatte, überbrachte Dr. Jürgen Weber, der dabei die motivierte Behörden-Zusammenarbeit auch einmal auf sportlicher Ebene loben konnte. Dabei böten Ehrgeiz, Freundschaft, Kameradschaft, Zusammenhalt und Miteinander im Turnier eine wichtige und schöne Gemeinschaft unter den 25 beteiligten Mannschaften und eine angenehme Atmosphäre auch für ihn als Außenstehenden.
Dann aber waren die Stockschützen wieder an der Reihe und Bürgermeister Josef Höppler verkündete die Moarschaft der Gemeinde Saldenburg mit Gerhard Stockinger, Erich Schraml, Willi Schmaus und Georg Söldner als Sieger des 36. Behördeneisstockturniers und Gewinner des Wanderpokals der Regierung von Niederbayern. Saldenburg siegte im Finale gegen die Mannschaft der Stadt Grafenau, die damit 2. Sieger wurde. Gewonnen aber haben auch alle weiteren Mannschaften, nämlich Pokale oder schöne Brotzeiten – und nicht zuletzt kollegiale Freundschaften an einem sportlichen Nachmittag.
Die weiteren Plätze der Gruppe A/B belegten: Platz Gemeinde Schöfweg/Markt Schönberg; Titelverteidiger Gemeinde Innernzell/Postamt Passau; Markt Röhrnbach/Stadtrat Waldkirchen; Stadt Freyung/Gemeinde St. Oswald-Riedlhütte; Bürgermeistermannschaft/Bundespolizei-Inspektion Freyung; Stadtwerke Passau/Landratsamt Passau; Gemeinde Jandelsbrunn/Stadtverwaltung Waldkirchen; Landratsamt Freyung-Grafenau/Stadt Landshut I; Kliniken gGmbH Freyung/Ilztalbahn GmbH; Stadt Landshut II/Stadterneuerungsmannschaft; Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten/SSP-Planungs GmbH; Aufklärungsbataillon 8 Freyung.
Dass mit der Moarschaft des Aufklärungsbataillon 8 eine Mannschaft der Bundeswehr Freyung am Turnier teilgenommen hatte, würdigte Bürgermeister Josef Höppler einerseits wegen der Verbundenheit mit der Garnison und andererseits wegen der ganz und gar nicht eisstocktypischen Herkunft der unter Leitung von Major Andre Tomeit teilnehmenden Soldaten ganz besonders. Zum ersten Mal am Behörden-Eisstockturnier dabei war auch die Mannschaft der Ilztalbahn GmbH; kurzfristig wegen Erkrankung zweier Eisschützen absagen musste demgegenüber heuer die eingeteilte Eisstockturnier-Abordnung der Regierung von Niederbayern.
Übrigens beteiligten sich am 36. Behördeneisstockturnier nicht nur absolute Laienschützen, sondern auch viele Aktive, darunter in der Mannschaft des Marktes Schönberg zwei Damen, die am Freitag/Samstag, 27./28. Januar, als Qualifizierte zu den Deutschen Meisterschaften im Eisstockschießen wieder in der Waldkirchner Eishalle antreten werden.
Ob mit oder ohne Behinderung: 2011 war jede Menge geboten
Förderverein blickt aufs Jahr zurück – Abschluss mit Packerl-Aktion
Freyung. „Viele verstehen oft nicht, warum für unsere Kinder die vielen Ausflüge und Freizeitaktivitäten so wichtig sind“, weiß Tanja Weber, 1. Vorsitzende des Fördervereins für Menschen mit geistiger Behinderung in FRG. Dabei seien diese Betreuungsmöglichkeiten gerade für Kinder- und Jugendliche mit geistigem Handicap so bedeutsam: „Das ist eine der wichtigsten Formen des Lernens, des Erlebens.“ Und deshalb wurde auch in 2011 wieder jede Menge unternommen.
Beispielsweise war der Tagesausflug nach Passau der absolute Höhepunkt. „Jeder Tunnel wurde mit Jubel begrüßt. Für viele unserer Schüler war es das erste Mal, dass sie in einem Zug fuhren“, wusste Rektor Ansver Sobtzick von der Caritasschule St. Elisabeth. Ohne den Förderverein seien Ausflüge wie diese nicht machbar. Heide Hohenwarter von der heilpädagogischen Tagesstätte freute sich besonders darüber, dass die Hindernisse am „Barriere-Bahnhof“ in Passau ohne Blessuren für Personal und Schüler blieb.
Freizeit- und Spielangebot
Und darum geht es dem Förderverein: Alltagspraxis zu vermitteln, damit den jungen Leuten ein eigenes menschenwürdiges Leben vermittelt werden kann. „Wir unterstützen die Kinder mit Freizeit- und Spielangeboten, die für die Familien nicht zu leisten, nicht zu finanzieren sind“, so Heike Binder. Nach Urteil der stellvertretenden Vorsitzenden seien gerade Spielgeräte oder pädagogische Material immer sehr kostspielig und könnten von den Familien meist nicht selbst angeschafft werden.
Deswegen lassen sich die Mitglieder im Förderverein immer Aktionen einfallen, die Spendengelder einbringen. Mit einem Fotoadventskalender blieb ein Reinerlös von 570 Euro. Damit und mit den vielen Geldspenden aus der Freyunger Wirtschaft bekam jeder Schüler auch dieses Jahr ein Packerl unter den Weihnachtsbaum gelegt.
Der Förderverein würde sich auch über ehrenamtliches Engagement freuen: Jeder, der sich für das Anliegen behinderter Menschen im Landkreis einsetzen will, ist dabei willkommen. – cmg
Mit der Bahn zum „Bahn-Preis“
Ilztalbahner wurden am Montag in München mit dem Bürgerkulturpreis ausgezeichnet – Angereist wurde natürlich mit der Bahn – Eine ReportageVon Jennifer Jahns
FRG/München. Es ist 9.17 Uhr am Montagmorgen. Eine Gruppe gutgelaunter Menschen steht in Passau am Bahnhof und steigt in den Zug Richtung München. Mit im Gepäck neben Wollknäuel, Stricknadeln und selbstgemachten Plätzchen: auch jede Menge Vorfreude. Vorfreude auf die Überreichung des Bürgerkulturpreises, bei dem die Ilztalbahner den ersten Platz erreicht hatten (wir berichteten gestern auf der Bayern-Seite). Wenn nun aber Bahn-Freunde einen Preis in München bekommen, ist auch die Anreise nicht ganz konventionell. Während die meisten anderen Geehrten nämlich mit Bus oder Auto anreisten, kauften sich die Ilztalbahner kurzerhand ein paar Bayerntickets und fuhren – was auch sonst – mit dem Zug nach München. Wir haben uns mit dazu gesetzt und die bunte Truppe bei ihrem aufregenden Tag begleitet.
„Dass wir mit dem Zug nach München fahren, war eigentlich von Anfang an klar“, sagt Hermann Schoyerer, stellvertretender Vorsitzender des Ilztalbahn-Fördervereins, der sich mit rund 15 Förderern der Ilztalbahn auf den Weg ins Maximilianeum gemacht hatte. „Wir hatten anfangs kurz überlegt, ob wir nicht mit kompletter Belegschaft mit einem Sonderzug hinfahren – aber das wurde schnell wieder verworfen. Es wäre einfach unbezahlbar gewesen.“
Pfarrer Krell nahm extra Klinik-Urlaub
An Gesprächsthemen mangelt es bei der Zugfahrt am Montag nach München dann natürlich nicht. Zur freudigen Erwartung auf die Ehrungsveranstaltung mischt sich auch so manche Genugtuung. Geschichten werden ausgepackt, darüber, wie man auch gegen politischen Widerstand der Idee zur Bahn-Reaktivierung treu geblieben ist, darüber, wie so manch anfänglicher Skeptiker oder Gegner mittlerweile Mitglied im Ilztalbahn-Förderverein geworden ist, darüber, was man in den kommenden Jahren noch alles erreichen möchte.
Mit dabei ist auch Pfarrer Markus Krell, von Beginn an Freund und Förderer der Ilztalbahn. Obwohl er sich derzeit wegen eines Burnouts eine Auszeit nimmt und stationär in einer Regensburger Klinik ist, wollte er sich diesen Termin nicht entgehen lassen: „Ich habe meine Oberärztin extra gefragt, ob es gut wäre, zu dieser Veranstaltung zu fahren“, erzählt Krell. Und sie habe dies befürwortet und ihm zwei Tage Klinik-Urlaub gegeben.
Die Frauen-Riege unter den Mitfahrenden ist indes schon wieder ganz praktisch unterwegs: Susanne Brockelt, ITB-Zugbegleiterin – hat selbstgebackene Plätzchen ausgepackt und reicht sie durch die Reihen und Monika Fecher – ebenfalls ITB-Zugbegleiterin – hat bereits Wollknäuel und Holz-Stricknadeln in den Händen. Michael Bader, ITB-Pressemitarbeiter, wickelt das Knäuel fleißig ab, am anderen Ende entstehen gelb-blaue Socken.
Eine halbe Socke weiter und angekommen in München, geht es dann mit der Tram zum Maximilianeum, wo auch die ehrenamtlichen Ilztalbahn GmbH Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Schempf und Helmut Streit zu der Truppe stoßen.
Nach Häppchen, Warmlaufen und ersten Gesprächen geht es dann in den Veranstaltungssaal. Rund eineinhalb Stunden dauert die Veranstaltung. Verschiedene Bürgerprojekte aus ganz Bayern werden von Landtagspräsidentin Barbara Stamm geehrt. Es ist kein Politiker-Schaulaufen. Diesmal stehen die Geehrten im Mittelpunkt, werden mit Kurzportraits vorgestellt, kommen ausführlich zu Wort, erzählen, wie sie mit viel Engagement einen Dorfladen gegründet haben oder wie sie eine Mitmach-Werkstatt am Laufen halten.
„Wir sind oft
belächelt worden“
Als letztes wird dann der erste Preis vergeben. Die Ilztalbahner rutschen schon nervös auf ihren Plätzen, das Sakko wird noch einmal gerade gerückt, bis Moderator Tilmann Schöberl schließlich die ITBler auf die Bühne bittet. Der zuvor gezeigte Kurzfilm über die Geehrten und ihre Arbeiten zur Bahn-Reaktivierung hatte offenbar seine Wirkung – denn unter tosendem Applaus aus den Besucherreihen marschieren die Ilztalbahner auf die Bühne. „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung – vor allem weil wir zuvor ja oft belächelt und sogar als Scharlatane bezeichnet wurden“, sagt etwa Ilztalbahn GmbH Gechäftsführer Schempf auf der Bühne. Auch betont er, dass es bei der Ilztalbahn keinerlei Personalkosten gebe, weil alles auf ehrenamtlicher Basis ablaufe. Außerdem habe man heuer weitaus mehr Fahrgäste gehabt als zunächst kalkuliert – ein Plus von rund zehn Prozent.
Und Pfarrer Krell lässt sogar alle Anwesenden wissen, dass er derzeit im Krankenstand ist, seine Oberärztin ihm aber Klinik-Urlaub gegeben habe, weil sie der Meinung sei, „Ilztalbahn, Tilmann Schöberl und Barbara Stamm könnten auch als Heilmittel dienen“.
Lob von anderen Geehrten
Deutliche Worte hatte zuvor auch Landtagspräsidentin Barbara Stamm in ihrer Rede gefunden: Dass die Auswahl der Preisträger aus den 121 Einreichungen „Schwerstarbeit“ gewesen und dass neben all dem Enthusiasmus aber Grund zur Nachdenklichkeit gegeben sei: „Es gibt immer noch zu viele bürokratische Hürden, es existieren immer noch Rahmenbedingungen, die einmal gesetzt, aber längst durch dynamische Entwicklungen überholt worden sind. Projektförderung ist zum Teil nur mit einem erheblich hohen Eigenanteil möglich.“
Als krönenden Abschluss der Veranstaltung nehmen die Ilztalbahner die Ehrungsurkunde und den Scheck mit 10 000 Euro gerne an. „Das Geld wird natürlich komplett in die ITB fließen“, sagt Helmut Streit, Ilztalbahn GmbH Geschäftsführer, nach der Veranstaltung. Vor allem für die nötige Bürgschaft beim Freistaat Bayern sei diese Finanzspritze sehr willkommen. Auch für ihn, Streit, sei die Auszeichnung eine gewisse Genugtuung verrät er im Gespräch mit der PNP. „Wir haben das alles vor allem durch staatsbürgerlichen Ungehorsam geschafft“, sagt er und spielt damit darauf an, dass die Ilztalbahner eben oft trotz politischen Gegenwindes weitergekämpft haben.
Von Gegenwind gibt es nach der Ehrungsveranstaltung indes keine Spur. Ganz im Gegenteil: So manche Geehrten anderer Projekte kommen auf die Ilztalbahner zu und erkundigen sich nach genaueren Infos. Einige kündigen sogar einen Besuch an, „des wollma uns schon amal anschauen, was ihr da g’macht habt’s“.
Den dicken Scheck in der Sakko-Tasche
Als es dann Abends wieder mit dem Zug heim Richtung Niederbayern geht, darf Fördervereins-Vorsitzender Michael Liebl den dicken 10 000-Scheck in der Sakko-Tasche tragen. Ihn freut vor allem, „dass wir aus so einer großen Zahl von Einsendungen ausgewählt worden waren“. Auch KEB-Geschäftsführer Alois Seidl, Ilztalbahn-Förderer und Mitfahrer zur Veranstaltung nach München, sitzt lächelnd im Zug. Er hatte den ITB-Antrag für den Bürgerkulturpreis nämlich eingereicht. Hatte er schon bei der Einreichung an einen Sieg gedacht? „Gehofft hat man natürlich von Anfang an. Aber als dann der Anruf kam, lief es mir eiskalt den Rücken runter.“
GRATULATION IM VORFELD Konrad Kobler gratuliert zur hohen Auszeichnung
FRG. Landtagsabgeordneter Konrad Kobler ist einer der Paten der Ilztalbahn. Weil er wegen eines dienstlichen Auslandsaufenthalts bei der Preisverleihung nicht dabei sein konnte, gratulierte Kobler dem Ilztalbahn-Förderverein schon vorab zur hohen Auszeichnung. „Ich finde es groß- und einzigartig, was ihr geleistet habt“, meinte er und überreichte bei einem Treffen einen Bayerischen Löwen als Geschenk, denn „ihr habt wie die Löwen gekämpft“. – od
Der Zug ist in Bewegung
Bürgerkulturpreis: „Selbst ist die Region – Bürger bauen Zukunft“ – diesmal erstmals Anerkennungs- und Sonderpreise
Ob Betriebsausflug, Hochzeit oder Geburtstag: Derlei kann in der Ilztalbahn auf der Fahrt zwischen Passau und Freyung gefeiert werden, wenn man eine Sonderfahrt bucht. Bewohner dieser Region haben nämlich die einst stillgelegte Strecke entlang der Ilz ehrenamtlich saniert und somit wiederbelebt: Die Landeseisenbahnaufsicht gab sie im Juli dieses Jahres für den Verkehr frei. 28 000 Fahrgäste haben während der ersten Saison von Juli bis Oktober die beeindruckende, weil ursprüngliche Donau-Wald-Region bereist. „Zu einem Großteil kamen sie aus Niederbayern beziehungsweise aus ganz Bayern“, erläutert Hermann Schoyerer von der Ilztalbahn. Aber auch viele Reisende aus Tschechien habe man begrüßen können.
Selbstredend beflügelt diese Maßnahme den regionalen Tourismus. Und weil dem so ist, wird Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) dem Förderverein Ilztalbahn am 5. Dezember 10 000 Euro überreichen. Mit dieser Summe ist der erste Platz im Rahmen des Bürgerkulturpreises des Landtags dotiert. Die Initiative aus dem Bayerischen Wald hat sich gegen 120 weitere Aspiranten durchgesetzt. „So viele Bewerbungen hatten wir noch nie“, heißt es aus dem Landtag. Und auch so viele Preise hat es bislang nicht gegeben: In den Jahren zuvor hat man bis zu fünf Initiativen ausgezeichnet. Heuer kommen vier Sonderpreise – in Höhe von jeweils 500 Euro – sowie ein Anerkennungspreis in gleicher Höhe hinzu. Ein Preis-Überblick:
Förderverein Ilztalbahn: Nicht nur körperlich war die Wiederbelebung der Zugstrecke Passau- Freyung anstrengend. Die rund 700 Mitglieder des Zusammenschlusses sind auch bei einigen Mitbürgern auf Widerstand gestoßen. So gab und gibt es Bedenken wegen der Sicherheit: Weil die Gleisanlage stillgelegt war, werde sie von unwissenden Joggern und Spaziergängern als Gehweg genutzt. Deshalb bestehe die Gefahr von Unfällen. Die Anhänger bilden indes die Mehrheit: „So lange ist kein Zug mehr gekommen“, stand auf einem der Transparente, die Anwohner zur Jungfernfahrt entrollten.
Kuno-Stiftung Regensburg: Kuno ist mehr als ein Männername; die Abkürzung steht für Kinder-Uniklinik-Ostbayern, die mit Hilfe der gleichnamigen Stiftung in Regensburg entstanden ist. Nach dem Motto „Wir packen’s an“ wurden das Mutter-Kind-Zentrum und das Kuno-Kinder-Notfallzentrum eingerichtet. Dafür, dass man den kleinen Patienten nicht nur medizinische Höchstleistung, sondern auch ein familiengerechtes Umfeld bietet, gibt es den zweiten Preis mit 8000 Euro.
Bürgerstiftung Energiewende Oberland (EWO): Zum einen will man Energie sparen, zum anderen will man sie aus erneuerbaren Quellen gewinnen. Um beides zu erreichen, beschäftigt sich die Wolfratshausener Initiative mit mehreren Projekten: Solarenergie, Geothermie und Car-Sharing werden angeboten. Der Geldpreis in Höhe von 5000 Euro ist auch ein Symbol dafür, weiterzumachen.
Die übrigen Preise: Den vierten mit jeweils 2500 Euro dotierten Platz teilen sich das Allgäuer Zentrum für regionale Eigenversorgung Kempodium und Manomama in Augsburg, wo ökologisch-soziale Textilien hergestellt werden. Vier Sonderpreise à 500 Euro gehen an die Dorfläden in Jedesheim, Thanndorf, Rossbach, Nordhalben und Daiting. Den Anerkennungspreis in Höhe von ebenfalls 500 Euro bekommt das Künstlerpaar Hanna Regina Uber und Robert Diem. Unter ihrer Ägide haben über 1000 Bürger an einer Skulptur in Amberg mitgewirkt – mit der beziehungsreichen Form einer Kugel. (Alexandra Kournioti)
zum Bericht auf der Seite der Bayerischen Staatszeitung
————————PNP vom 17.11.2011
Ein Preis für alle Ilztalbahner
Förderverein freut sich über Bürgerkulturpreis des Bayerischen Landtags − 10 000 Euro Preisgeld
Fährt auf der Erfolgs-Schiene: Das Engagement um die Reaktivierung der Ilztalbahn ist höchst preiswürdig.
Freyung/Waldkirchen. Mit großer Freude haben die Verantwortlichen der Ilztalbahn-GmbH (ITB) und die Mitglieder des Fördervereins die Nachricht aufgenommen, dass die vom Ehrenamt getragene Reaktivierung der Ilztalbahn mit dem Bürgerkulturpreis 2011 des Bayerischen Landtags ausgezeichnet wird.
Der Förderverein Ilztalbahn GmbH setzte sich gegen 120 Mitbewerber durch und wird am 5. Dezember − dem „Tag des Ehrenamts“ − im Senatssaal des Maximilianeums in München im Rahmen eines Festakts den mit 10 000 Euro dotierten ersten Preis in Empfang nehmen. Der Fahrplan für das „zweite Verkehrsjahr“ der Ilztalbahn steht bereits − die Saison 2012 dauert von 28. April bis 28. Oktober. Der Fahrplan für das „zweite Verkehrsjahr“ der Ilztalbahn steht bereits − die Saison 2012 dauert von 28. April bis 28. Oktober.
Vereinsvorstand Michael Liebl: „Diese Ehrung gebührt allen 700 Mitgliedern!“
Menschen gestalten aus eigener Kraft die Zukunft ihrer Heimat mit – dieses Leitthema des Bürgerkulturpreises 2011 sei von den Mitgliedern des Fördervereins Ilztalbahn überzeugend gelebt worden. „Wir sind mit unseren Mitgliedern stolz auf diese hohe Ehrung! Wir freuen uns sehr, dass der Bayerische Landtag, das höchste politische Organ des Freistaats, unsere Anstrengungen um die Erhaltung der Ilztalbahn mit dem 1. Preis ausgezeichnet hat.“
Gemäß der Vereinssatzung ist man verpflichtet, die wegen ihrer geschichtlichen Bedeutung denkmalwürdige Schienenstrecke Passau-Freyung zu erhalten und ihre weitere Nutzung zu ermöglichen. „Hunderte von engagierten Vereinsmitgliedern haben an dem gemeinsamen Werk mitgearbeitet und Tausende von Bürgern, Einheimische und Touristen hatten in diesem Jahr ihre Freude daran, auf einer Fahrt mit der Ilztalbahn ihre Heimat und unsere Region von einer neuen Seite kennenzulernen und zu genießen“, so Liebl. „Das Preisgeld macht es uns nun leichter möglich, den Ankauf und die Sanierung des denkmalgeschützten Bahnhofs von Waldkirchen in die Tat umzusetzen.“
Auch ITB-Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Schempf reagiert erfreut: „Es ist schön, wenn die Volksvertretung dieses außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement auch honoriert − die Bereitschaft, aus der Gesellschaft heraus etwas anzupacken“. Es sei eine wahre Gemeinschaftsleistung gewesen, die die Ilztalbahn wieder zum Laufen gebracht hat.
Derweil gehen die Bemühungen um die Freigabe der 1,6 Millionen Euro EU-Fördermittel in eine weitere Verlängerung. Bis 15. November hatte die ITB Frist, um die erforderlichen Unterlagen in Sachen Bürgschaft bei der Regierung einzureichen. Das hat Prof. Schempf auch getan. Gemeisam wollen die Sparkassen und Genossenschaftsbanken der Region als Bürgen auftreten. „Aber aus juristischen Gründen müssen wir wegen der internen Aufteilung noch einige Verträge anders gestalten.“ Dafür wurde die Frist um zwei Wochen verlängert. „Bis Ende November werden wir alles eingetütet haben“, ist sich der ITB-Geschäftsführer sicher, „es läuft positiv, das ist mit der Regierung so abgestimmt.“
Positiv laufen auch bereits die Bemühungen für die zweite Ilztalbahnsaison, die am 28. April 2012 starten soll. Der Fahrplan für das „zweite Verkehrsjahr“ liegt bereits vor, beim Förderverein laufen schon jetzt zahlreiche Anfragen wegen Gruppenfahrten ein. „Besonders im Trend sind dabei auch Wünsche nach richtigen Sonderzugfahrten“, sagt Hermann Schoyerer, der für diese Anfragen zuständig ist.“
UCW: Radweglücke schließen
Wie geht‘s am Bahnhof für Zug-/Radreisende weiter?- Konzept gefordert
Von Otto DraxingerWaldkirchen/Bahnhof. Konkrete Kommunalpolitik für Waldkirchen praktizierte die UCW anlässlich ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung. Um auf die aktuellen Gegebenheiten des Bahnbetriebs zu reagieren und die Anbindung des Bahnhofs an den Marktplatz sowie des weiterführenden Rad- und Wanderwegenetzes in Richtung Sickling/Röhrnbach/Passau zu diskutieren, begrüßte Vorsitzender Franz Brunner im ersten Veranstaltungsteil eine Reihe von Mitgliedern schon am Bahnhof Waldkirchen zur gemeinsamen Ortsbesichtigung.
Entsprechend ihrer Beurteilung als unmittelbare Bahnhofsnachbarin sei die touristische Nutzung der Bahn wirklich gut, erläuterte dort Renate Cerny, jedoch „stehen die Leute da und finden keine Informationen. Wir bekommen jetzt Leute her, die sonst nicht hergekommen sind“, führte die Stadträtin weiter aus und als Sprecherin der UCW forderte sie eine „Ortsbildkarte“ mit Hinweisen auf Fußwege in das Zentrum von Waldkirchen über den Bahnsteig bzw. den Stadtpark sowie weiterführende Informationen und Beschilderungen zu den haupttouristischen Einrichtungen der Stadt wie Kletterwald, Karolikapelle, Badepark, Grüß-Gott-Weg, Kurparksee, zu Kirchen, Museen, geöffneten gastronomischen Betrieben und dergleichen.
Herauszuarbeiten seien auch entsprechende wegweisende und informatorische Hinweise am Adalbert-Stifter-Radweg, „damit die Leute ganz konkret zu schönen Zielen hingeschickt werden können,“ so Renate Cerny weiter.
Zur Stärkung des Tourismus gehöre es, noch mehr auf unsere touristischen Highlights hinzuweisen, „denn wir wollen die Leute in der Waldkirchner Region behalten“. Zu denken sei auch an E-Bike-Station und E-Bike-Tankstelle und ganz dringlich sei es zudem, primär für am Bahnhof ankommende Radfahrer eine weiterführende etwa 500 Meter lange Radwegverbindung ab Holzlagerplatz der Firma IMPEX entlang der Bahnlinie bis zum Straßenübergang bei Schiefweg zur Umgehung der Hauptstraßenachsen und möglichst bis zur Wiederaufnahme des Ilztalbahn-Betriebs im Frühjahr 2012 zu realisieren.
Dieser Forderung stehe auch Bürgermeister Josef Höppler positiv gegenüber, so Renate Cerny weiter, doch gelte es, die aufgezeigten Notwendigkeiten als Gesamtprojekt mit Nachdruck zu verfolgen.
SCHÖRNICH STÖBERT
Beschwerde über Bahn
Die Sektion Freyung des Waldvereins kämpfte vor 100 Jahren um bessere Bedingungen für Bahnfahrer. Die Waldpost berichtete: „Die Sektion hat sich wegen Besserung der Verkehrsverhältnisse auf der Lokalbahn Freyung – Passau und Passau – Haidmühle an das Verkehrsministerium und die königliche Staatseisenbahnverwaltung gewendet. Dabei wurde auf die Missstände hingewiesen. Zur Belebung des Fremdenverkehrs und zur Ermöglichung einer bequemen Reisemöglichkeit für die Bewohner wird um Trennung des Güter- und Personenverkehrs auf dieser gut rentierenden Linie gebeten. Man glaubt, dass die Einführung von Motorfahrzügen den schleppenden Verkehr ausschalten könnte. Eine besondere Vorstellung hat Herr Forstrat Gampert an den Landtagsabgeordneten, Bürgermeister Puffer in Fürholz gerichtet. Gerade von ihm erwartet man zuversichtlich, dass er als Vertreter unseres Bezirks die Interessen nachdrücklich wahrnimmt. So hoffen wir, dass bis zum Sommerfahrplan das lebensgefährliche Rangieren aufhört.“
—————————– PNP Bayern-Teil vom 04.11.2011:Ilztalbahn: „Es funktioniert“
ITB-Geschäftsführer Prof. Schempf: Mehr Fahrgäste als erwartet
Von Peter PüschelFreyung. Die reaktivierte Ilztalbahn ist in die Winterpause gefahren – nach einer geradezu sensationellen ersten Sommersaison. Zwischen dem 16. Juli und dem 30. Oktober waren die gelb-grünen Regio-Shuttles jeden Samstag, Sonntag und Feiertag drei bis vier Mal zwischen Passau und Freyung unterwegs. Die Teilnehmer konnten die Fahrten wortwörtlich „in vollen Zügen“ genießen.
Sie waren wirklich voll. Oft sogar so voll, dass gar nicht mehr jeder einen Sitzplatz ergattern konnte. „Wir hatten an 34 Fahrtagen rund 28 000 zahlende Fahrgäste über sechs Jahre“, bilanziert der Geschäftsführer der Ilztalbahn-GmbH (ITB), Prof. Dr. Thomas Schempf. Mit diesen Zahlen liegen die Ilztalbahner „etwas oberhalb dessen, womit wir gerechnet haben“, so Schempf. Ziel waren etwa 700 bis 750 Passagiere pro Fahrtag. Tatsächlich zählte die ITB an manchen Tagen weit über 1000 Fahrgäste. „Aber was für mich genau so wichtig ist: Alle Fahrten verliefen unfallfrei – und das bei den vielen unbeschrankten Bahnübergängen“, sagt der Geschäftsführer, „und wir hatten immer eine gute Stimmung in den Zügen, die Leute hatten sich viel zu erzählen.“
Gros der Passagiere
waren Ausflügler
Das Gros der Fahrgäste waren Ausflügler – viele nutzten ab Waldkirchen bzw. Freyung auch das vernetzte Busangebot Richtung Tschechien oder Nationalpark. Als unerwarteter Nebeneffekt stellten sich aber auch „Einkaufsfahrten“ heraus – viele nutzten die Bahn, um zum Beispiel bei verkaufsoffenen Sonntagen in Freyung oder Waldkirchen vorbeizuschauen. Und manche junge Leute stiegen samstagabends in die Ilztalbahn ein, um zum Disco- oder Kneipenbesuch nach Passau zu fahren – und kamen dann tags darauf mit dem ersten Zug wieder heim.
„Ich bin sehr zufrieden“, sagt Schempf, „die Zahlen zeigen, dass es funktioniert, was wir uns vorgenommen haben.“ Der Gewinn aus dem Verkehrsbereich kann nun in die Infrastruktur refinanziert werden. Für den Geschäftsführer hat „die Ilztalbahn das Potenzial, dauerhaft zum Pluspunkt für die Region zu werden“ – als Beitrag zu einem umweltfreundlichen Freizeitverkehr.
Ab 28. April 2012 geht’s dann weiter mit Saison Nummer zwei. Bis dahin haben die Ilztalbahner wieder einiges zu tun. Sie wollen den Winter über, so weit es das Wetter zulässt, an der Ertüchtigung der Bahnstrecke arbeiten. Und sie müssen noch das Problem mit der Bürgschaft für die bereits zugesagte Interreg-Förderung in Höhe von 1,6 Millionen Euro lösen. „Wir haben eine Frist bis zum 15. November, um alle Formalitäten zu regeln – und das tun wir auch“, sagt Schempf. Die Lösung sieht so aus, dass die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken der Region gemeinsam als Bürgen auftreten.
Waldkirchens zauberhafter Einkaufstag
Tausende unterwegs – Mit Artistik und Spaß durch Familiensonntag – Viele nutzten letzte Ilztalzugfahrten der Saison
Von Reinhold SteimlWaldkirchen. Sie kamen aus allen Richtungen und ließen sich auch von so manchen derzeitigen Umleitungen nicht von ihrem Vorhaben abbringen: Tausende von Menschen, die sich gestern nach Waldkirchen zum verkaufsoffenen Familiensonntag aufgemacht hatten.
„Waldkirchen begeistert Dich“ – das hatte der Werbering als Motto für den gestrigen Tag mit all seinen Bummel-, Einkaufs-, Schlemmer- und Unterhaltungsmöglichkeiten ausgegeben. Ab 12 Uhr war verkaufsoffen in den Geschäften im Stadtkern, in den schmucken Gassen, Höfen, Einkaufspassagen der Stadt, aber auch in vielen Geschäften rings um den Kern. „Die kommen immer früher“, diese Feststellung machte um die Mittagszeit Walter Sonnleitner, der mit seinen Kollegen von der Bergwachtbereitschaft Waldkirchen-Hauzenberg die Parkplatzeinweisung regelte – und er meinte damit viele Besucher, die pünktlich, ja überpünktlich zur Stelle waren. Die Geschäfstleute und Gastronomen wird es gefreut haben, denn mit dem ersten Ansturm der Gäste setzte sich auch die Sonne gegen den Hochnebel durch und Waldkirchen konnte bei bestem Spätherbstwetter als Einkaufshochburg bei den Ausflüglern punkten.
Viele kamen übrigens auch mit der Ilztalbahn angefahren. Die nutzten die Gunst der Stunde und verbanden eine Zugfahrt von Passau durchs idyllische Ilztal mit einem Einkaufserlebnis in Waldkirchen. Proppenvoll waren die Züge, vor allem der, der um 13.36 Uhr ankam – da warteten dann auch etliche Pendelbusse, die der Werbering vorsorglich eingesetzt hatte, um schnell und unkompliziert die Gäste vom Bahnhof zum Marktgeschehen zu transportieren.
Und dort tat sich Einiges. Nicht nur, dass Fieranten ihre Waren feilboten, dass es lächelnde Zierkürbisse und warmes Wollernes gab, dass Modeschmuck und herbstliche Gestecke, Korbwaren und Basteleien, Honigwaren und Biosteine, Hustensirup und Kernseife, aber auch Geräuchertes und Käse, auszogene Krapfen und Kuchen aller Art angeboten wurden – allerorten gab es Jongleure und Artisten, Stelzengeher und Clowns, Gaukler und Zauberer aus der „Regensburger Traumfabrik“ anzutreffen, die – sehr zur Freude auch von Andrea Lang, die das Außenprogramm mitmoderierte – toll angekommen sind.
Bürgermeister Josef Höppler bekam vom Faxenmacher aus der „Traumfabrik“ sogar eins mit dem Gummihammer verpasst, weil der – im Gegensatz zu vielen Gästen – ein bisserl verspätet zum Begrüßungstermin gekommen war. „Im Stau gsteckt“ ist der gute Mann, weil halt auch ein Stadtoberhaupt nicht weiter kommt, wenn so viele Gäste in seine Stadt wollen. Gewissermaßen ein Zeichen, dass sich in Waldkirchen eben was rührt und das Angebot angenommen wird.
Bummeln war das eine, einkehren in den Lokalen und Cafés (wer einen Sonnenplatz ergatterte, tat dies auch gern im Freien) das andere – und einkaufen das (für viele wichtigste) Dritte. Und so wurlte es in den Geschäften, egal ob es sich nun um Wintersportartikel oder Mode, um Schmuck und Bücher, um Düfte und Style und, und, und handelte. Gern wurde bei einem Geschäft der Rabatt zum 25-jährigen Jubiläum genutzt und woanders das neue Skischuhanpassungssystem ausprobiert, hier eine Kochvorführung zugeschaut, dort ein Schuh für den Winter angezogen. Und so fiel natürlich das Fazit der Geschäftswelt mit einem zufriedenen Lächeln aus. Hier einige Kommentare, stellvertretend für viele Werberingler. Max Ertl: „Heute hat mal wieder alles zusammengepasst!“ Florian Hermann vom 25-Jahr-Jubilar P&M: „Wir sind richtig überrannt worden – und unsere Promotion-Mädels haben ja überall im Marktplatz toll Werbung gemacht!“ Christoph Huber vom Modehaus Garhammer („einfach wunderbar“) war ebenso begeistert wie Gabi Haller vom gleichnamigen Geschäft am Marktplatz: „Unsere neuen offenen Liköre haben voll eingeschlagen; die haben die Kunden gerne probiert.“ Gastronom Hermann Müller vom neuen Cafè/Restaurant/Vinothek am unteren Marktplatz: „So wenn‘s immer wär! Es ist super gelaufen und viele neue Gäste wissen jetzt, wo wir sind!“
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PNP Bericht Freyung 29.10.2011
Ankunft in Freyung
Dieses Wochenende fährt die Ilztalbahn heuer zum letzten Mal – Wir haben uns bei Mitfahrenden umgehört
Von Jennifer JahnsFreyung. Schon von weitem ist sie unüberhörbar: Tuuut. Tuuuuut. Mehrmals kündigt sich die Ilztalbahn mit einem lauten Hupen an. Es ist der vergangene Sonntag, 9.58 Uhr. Standort: Bahnhof Freyung. In einer Minute fährt die Ilztalbahn ein. Und anlässlich der nun endenden Ilztalbahn-Saison haben wir bei den in Freyung ankommenden bzw. abfahrenden Fahrgästen einmal nachgefragt: Wie war die Fahrt? Warum fahren sie mit? Und wo gibt’s noch Verbesserungsbedarf?
Erinnerungen an frühere Fahrten
Sichtlich erfreut über das tolle Wetter ist die Familie Obermeier aus Passau. Sie sind speziell zum Wandern mit der Bahn nach Freyung gekommen – in die Buchberger Leite soll es gehen.
„Wanderer“, weiß Zugbegleiter Bernd Sluka, „sind sehr häufige Mitfahrer.“ Manch einer fährt bis Freyung und wandert von dort aus weiter. Andere steigen schon in Waldkirchen aus, fahren weiter nach Haidmühle oder Tschechien oder gehen in der Saußbachklamm wandern. Hinzu kommen Neugierige, Urlauber, Ausflügler oder auch Nostalgiker, die schon als Kind die damalige Bahn genutzt haben.
Solch einen Fahrgast gibt es auch heute: Eine ältere Dame besteigt die Ilztalbahn und erzählt: „Früher, als Lehrling, bin ich einmal pro Woche mit dem Zug nach Waldkirchen.“ Und diese Bahnfahrt möchte sie auch heute, nach all den Jahren, wieder ausprobieren. Diesmal geht es nach Passau: „Zum Bummeln und zum Familien-Besuch.“
In der Regel am stärksten besucht war an den vergangenen Wochenenden die jeweils mittlere der drei Fahrten, resümiert Zugbegleiter Bernd Sluka. Meist zu zweit sind die Zugbegleiter bei den Fahrten dabei – pro Waggon einer. Bei ihnen gibt’s auch die Fahrkarten.
Und auch an so manch besondere Begebenheit können sich die Zugbegleiter erinnern. „Eine junge Familie mit einem ganz kleinen Baby hatte beispielsweise nach einer bequemen Ausflugsmöglichkeit gesucht, die sie auch mit dem Baby machen können“, erinnert sich Zugbegleiterin Theresa Langer. Deshalb sind sie von Passau nach Freyung gefahren und dann gleich wieder mit dem nächsten Zug zurück, um einfach die Fahrt an sich zu genießen. Während des Aufenthalts in Freyung hatten wir für die junge Mutter und ihr Kind kurzerhand einen Waggon abgesperrt – dann konnte sie in dieser Zeit das Baby stillen.“
Gastronomie-Angebot ist ausbaufähig
Etwas schade finden die Zugbegleiter Theresa Langer und Bernd Sluka, dass für die Ankommenden in Freyung relativ wenig rund um den Bahnhof geboten ist. „Das Stehcafé neben dem Bahnhof macht beispielsweise leider schon um 10 Uhr zu“, so Sluka. Selbst für die früheste Ankunft um 9.59 Uhr ist das nicht machbar. Auch sonst gebe es in der direkten Umgebung nur wenige Möglichkeiten auf eine kulinarische Einkehr. Die beiden Zugbegleiter hoffen darauf, dass hier in Zukunft „nachgerüstet“ wird.
Am heutigen Samstag und morgigen Sonntag fährt die Ilztalbahn für dieses Jahr zum letzten Mal. Die Fahrtzeiten an beiden Tagen: ab 8.42, 12.42 und 16.42 Uhr von Passau nach Freyung, sowie ab 10.35, 14.35 und 18.35 Uhr von Freyung wieder zurück nach Passau. Weitere Infos – auch zu den anderen Haltestellen – gibt’s unter www.ilztalbahn.eu. Am 28. April soll die ITB-Saison im kommenden Jahr wieder starten.
Mit der Ilztalbahn nach Passau
Ausflug des Vereins Pro-Nationalpark mit historischem Stadtspaziergang
FRG. Nach beinahe 30 Jahren wurde auf der Strecke Passau-Freyung durch das herrliche Ilztal der Bahnbetrieb wieder aufgenommen. Der Verein Pro-Nationalpark Freyung-Grafenau e.V. ist seit einigen Jahren Mitglied im Förderverein Ilztalbahn. Mit dem Vereinsausflug unter der Führung von Heinrich Vierlinger sollte den Mitgliedern und Freunden das Bahnvergnügen in Verbindung mit einem kurzweiligen historischen Stadtspaziergang geboten werden. Gleichzeitig wollte man damit auch die Verbundenheit mit den Verantwortlichen der Ilztalbahn zeigen und durch die Fahrt deren Engagement unterstützen. – pnp
–––––––––––––––––––––– 20111006 Freyung ITB SonnytagPNP ––––––––––––––––––––––– PNP FRG 30.09.2011:
Im Oktober fahren die Züge anders
Geänderter ITB-Fahrplan
FRG. Am Sonntag 2. Oktober wechselt der Fahrplan der Züge zwischen Passau und Freyung. Bis 30. Oktober fahren – u.a. wegen den kürzer werdenden Tagen – die grünen Waldbahn-Shuttles nur noch drei Mal an den Samstagen und Sonntagen: Passau ab 8.42, 12.42 und 16.42 Uhr, Freyung ab 10.35, 14.35 und 18.35 Uhr. Die entsprechenden Ankunftszeiten in Freyung sind aus Passau: 9.59, 13.59 und 17.59 Uhr, in Passau aus Freyung: 11.55, 15.55 und 19.55 Uhr. Auch die Fahrzeiten der tschechischen Eisenbahn Ceské dráhy (CD) verändern sich ab Sonntag. Das bedeutet unter anderem für Südböhmenreisende, dass eine Fahrt nach Krumau nicht mehr so attraktiv ist, dagegen eine Fahrt von Waldkirchen kommend über den neuen Bahnhof Nové Údolí (Neuthal) mit den Zügen der Tschechischen Staatsbahn CD z.B. nach Prachatice/Prachatitz und Vimperk/Winterberg, schon. Das ITB-„Donau-Moldau-Ticket“ bleibt wie gewohnt im Angebot.
–––––––––––––––––––––– PNP Freyung 02.09.2011Marktwächter geleitet Bahnfahrer zum Schloss
Freyung. Wer an diesem Wochenende mit der Ilztalbahn nach Freyung kommt, wird anlässlich des Schlossfestes schon bei der Ankunft standesgemäß empfangen – nämlich vom Marktwächter. Denn der „Historische Verein in der Freyung“ setzt einen Shuttlebus ein, mit dem die Bahnfahrer gleich weiter Richtung Schlossfest fahren können. Und damit sie dort auch sicher
ankommen, gehört ein Marktwächter in voller Montur eben unbedingt dazu. Das soll für Aufmerksamkeit bei den Ankömmlingen per Zug in der Kreisstadt sorgen und möglichst viele zu einem Abstecher Richtung Schlossfest veranlassen, hofft Christian Kilger, der den Bus-Service organisiert hat. So können dann die Bahnfahrer am Samstag um 11 und um 15 Uhr am Freyunger Bahnhof in den Shuttlebus steigen und zum Schlossfest fahren; zurück zum Bahnhof geht es dann rechtzeitig, um die Züge entweder um 15.35 Uhr oder um 19. 35 Uhr zu erreichen. Auch am Sonntag gibt es einen Fahrdienst, allerdings nur eine Hinfahrt um 11 Uhr und die Rückfahrt dann zum Zug um 15.35 Uhr, da an diesem Tag das Programm auf dem Schlossfest bereits eher endet. – löw
Broschüre soll Zugfahrer in die Stadt ziehen
Freyunger Tourist-Info stellt Tipps für Bahnfahrer zusammen – Auch die Gastronomie reagiert auf größere Nachfrage
Von Doris LöwFreyung. Die Bahn kommt, die Gäste steigen in Freyung aus und alles ist geschlossen? Ein Vorurteil, das nur teilweise stimmt und dringend der Aufklärung bedarf, fand die Tourist-Info der Stadt Freyung und wird damit wohl nicht nur bei den Bahnfahrern und Ausflüglern auf offene Ohren stoßen. Ab sofort gibt es komprimiert in einer vierfarbigen Broschüre Tipps zu Wanderrouten, weiterführenden Busverbindungen und natürlich alles, was man in der Kreisstadt Freyung an den Samstagen und Sonntagen mit Bahnverkehr unternehmen kann – vom Museumsbesuch bis hin zur Erkundung der Buchberger Leite. Und natürlich sind auch der komplette Ilztalbahn-Fahrplan, Busanbindung Richtung Nachbargemeinden, Nationalpark und nach Tschechien detailliert mit Abfahrts- und Ankunftszeiten aufgeführt.
„Was kann man denn hier machen?“ Eine Frage von zahlreichen Bahn-Ausflüglern, mit der es Renate Liebl vom Tourismusbüro in den vergangenen Wochen immer wieder zu tun hatte. „Es ist ja nicht so, dass es kein Angebot gäbe. Aber es fehlte die Information für die Ausflügler“, sagt Renate Liebl. Also hat man reagiert: In nur drei Wochen wurde eine 15-seitige Broschüre gestaltet, in der vor allem die Sehenswürdigkeiten der Kreisstadt aufgeführt werden, aber eben auch vieles, was die Gäste von Freyung aus unternehmen können.
„Wichtig ist vor allem, dass die Fahrgäste Angebote bekommen, die so abgestimmt sind, dass man immer genügend Zeit hat, um einen entspannten Ausflug genießen zu können. Ohne Angst zu haben, womöglich den Zug zurück zu verpassen“, betont auch Hermann Schoyerer von den Ilztalbahnfreunden. Im Zug zwischen Passau und Freyung werden die Broschüren bereits kostenlos an die Fahrgäste verteilt, damit sie sich während der Fahrt schon auf die Region Freyung einstimmen können. Auch an den Haltepunkten sind die Broschüren zu erhalten und natürlich in der Tourist-Info.
Die erste Ausgabe ist zunächst in einer Auflage von 2000 Stück gedruckt worden. „Die Saison geht ja noch bis Ende September, ab 2. Oktober setzt der Winterfahrplan mit drei statt der bisherigen vier Zugpaare ein. Daher haben wir nur eine relativ kleine Auflage. Aber wir wollten die Infos unbedingt noch auf den Weg bringen“, sagt Renate Liebl. Für das kommende Jahr könne die Broschüre durchaus noch umfangreicher gestaltet werden, vor allem auch was Tipps zur Gastronomie in Freyung angeht. Denn viele Bahnfahrgäste würden sich auch beklagen, dass hier das Angebot in Freyung gerade an den Sonntagen einiges zu wünschen übrig lässt, hört Hermann Schoyerer immer wieder in zahlreichen Gesprächen mit den Bahnfahrern auf der Linie nach Freyung. „Dabei hat gerade Freyung ja das große Plus, dass sich der Bahnhof zentrumsnah befindet. Das sollte man wirklich beim Marketing nutzen“, so Schoyerer.
Auch die Wirte werden aktiv
Dieses Problems ist man sich indessen auch bei der Wirtegemeinschaft bewusst und will nun ebenfalls schnell reagieren. Eventuell könnte eine Art „Dienstplan“ aufgestellt werden, nach dem immer sicher gestellt ist, dass es auch mindestens ein zentrales Lokal gibt, in dem nicht nur Kaffee und Kuchen serviert werden, sondern wo es auch zu nachmittäglicher Stunden noch ein Mittagessen oder eine Brotzeit gibt. Wirtegemeinschafts-Vorsitzender Tom Andres hat festgestellt, dass gerade die Zugfahrgäste, die an den Sonntagen mit der Bahn gegen 11 Uhr in Freyung eintreffen, gerne zum Mittagsmenü kommen. „Es gibt ja bereits eine Broschüre der Freyunger Gasthäuser und Cafes mit Öffnungszeiten und Angebot. Sie wird derzeit gerade auf den aktuellen Stand gebracht und neu gedruckt“, berichtet Andres und spekuliert zudem darauf, dass die Öffnungszeiten der Wirtshäuser dem Bedarf angepasst werden müssten. Denn dass die Bahnfahrer eine gute Kundschaft sein können, wenn das Angebot stimmt, das sei keine Frage. „Wir haben jetzt die Erfahrung aus den vergangenen Wochen und daraus werden wir auch etwas machen“, sagt der Gastronom. Er könnte sich auch vorstellen, dass in der Sommersaison 2012 an Sonntagen ähnlich den früheren Pflasterlfesten ohne Verkehr auf dem Stadtplatz größere Veranstaltungen organisiert werden. „Viele Gäste fragen auch nach einem Biergarten. Da wird es bald Möglichkeiten geben, wenn Kirchplatz und Veichthaus umgebaut sind“, blickt Andres in die Zukunft.
Zahlreiche Gasthäuser, die nicht direkt im Zentrum von Freyung angesiedelt sind, sondern beispielsweise in den Dörfern rund um Freyung bzw. in den Nachbargemeinden waren überrascht, dass die Bahnfahrer gerne die Gelegenheit nutzen, um nach einen kurzen Spaziergang einzukehren. Ob auf dem Geyersberg, in Kreuzberg oder Falkenbach – seitdem die Ilztalbahn fährt, ist vor allem an den Sonntagen sehr viel mehr los.
Darauf müsse man reagieren, betont ebenfalls Hermann Schoyerer mit Blick auf die Gastronomie. Wenngleich er sich bewusst ist: „Dieses erste halbe Jahr Betriebszeit der Ilztalbahn war natürlich ein Stück weit ausprobieren und ausloten was die Ausflügler an Angeboten verlangen. Die Leute sind ja nun in der Stadt – da können beide Seiten davon profitieren“, ist Schoyerer überzeugt. In diesem Zusammenhang betont er auch, dass man in Sachen Fahrradtransport noch einiges investieren und verbessern werde, sowohl im Zug selbst als auch bei den weiterführenden Buslinien.
Am Fahrplan 2012 wird bald gefeilt
In den nächsten vier Wochen starten nun die Planungen für den Fahrplan zur Sommersaison 2012, in den die ersten Erfahrungen auch was das Drumherum um die Zugfahrt angeht, eingearbeitet werden sollen, alles in enger Abstimmung mit den Kommunen längs der Trasse. So werden spätestens im kommenden Frühjahr vom Freyunger Bahnhof aus die Beschilderungen für Ausflugsziele und Gastronomie auf Vordermann gebracht. Und man will verstärkt Werbung machen, wenn in Freyung und Umgebung besondere Wochenendveranstaltungen laufen, sagt 2. Bürgermeister Sebastian Gruber. „Da müssen aber auch die Veranstalter ihre Termine mitteilen, so dass eine Abstimmung möglich ist“, appelliert Gruber.
Beste Gelegenheit dafür ist schon an diesem Wochenende, wenn von Freitag bis Sonntag das Freyunger Schlossfest beim Schloss Wolfstein läuft. Darauf wird dann schon im Passauer Bahnhof hingewiesen und vom Freyunger Bahnhof fährt ein Shuttlebus zum Schloss Wolfstein (siehe Kasten links). Der Reise ins Mittelalter mit einer modernen Bahn steht also nichts mehr im Wege.
„Die Ilztalbahn ist angekommen“
ITB-Geschäftsführer Prof. Schempf spricht nach den ersten sechs Betriebs-Wochenenden von einem vollen Erfolg
Von Peter PüschelFreyung/Waldkirchen. Der grün-gelbe Regio-Shuttle fährt im wahrsten Sinne auf der Erfolgs-Schiene: Nach den ersten sechs Betriebs-Wochenenden der reaktivierten Ilztalbahn zieht ITB-Geschäftsführer Prof. Dr. Wolfgang Schempf auf PNP-Anfrage eine erste Bilanz. Und die könnte besser kaum ausfallen.
Seit 16. Juli verkehren an jedem Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen je vier Zugpaare zwischen Passau und Freyung – 13 Betriebstage haben die verantwortlichen und die ehrenamtlichen Ilztalbahner also bereits bewältigt. „Mit Ausnahme des letzten Sonntags im Juli, als es wirklich den ganzen Tag regnete, hatten wir täglich über 1000 Fahrgäste“, sagt Prof. Schempf. (Anmerkung der Redaktion: Wie bei der DB wird hier ein Fahrgast, der hin und dann auf der selben Strecke wieder zurück fährt, doppelt gerechnet.) Die Spitzenwerte lieferten der 14. August und der 20. August mit jeweils über 1500 Fahrgästen. Da war man nicht mehr in der Lage, allen Fahrgästen auch einen Sitzplatz anzubieten…
Damit schreibt die ITB deutlich schwarze Zahlen: „Pro Betriebstag reichen um die 700 Fahrgäste, damit es sich rechnet“, so Prof. Schempf, „so sind wir jetzt in der Lage, alle direkten Kosten aus dem Bahnbetrieb selbst zu decken und Rücklagen für die weitere Strecken-Ertüchtigung zu bilden.“
DB verkauft schon Tickets bis Freyung
Obwohl die meisten Fahrgäste auf ihrem Ausflug Hin- und Rückfahrt mit der Ilztalbahn unternehmen, gibt es vereinzelt auch Leute, die nur die einfache Strecke mitfahren. So erinnert sich Schempf an eine Radlergruppe aus Waldkirchen, die nach Passau geradelt und dann mit dem Nachmittagszug zurück nach Waldkirchen gefahren ist. Oder an jene vier Unteroffziersanwärter, die letzten Sonntag mit der Bahn anreisten, um ihren Dienst in der Freyunger Kaserne anzutreten – und die letzten 50 Kilometer in der Ilztalbahn saßen.
Wobei letzteres auf ein bislang ungelöstes Problem hinweist: Die Ilztalbahn ist zwar ein reines Freizeit- und Ausflugsangebot, aber sie ist im offiziellen Kursbuch vertreten und damit auch in allen elektronischen Auskunftsmedien. Wenn nun zum Beispiel ein Gast aus Hamburg an einem Samstag nach Freyung in Urlaub anreisen will und auf www.bahn.de nach einer passenden Verbindung sucht, dann wird ihm auch die Ilztalbahn als Reisemöglichkeit angeboten, und es wird ihm dann eine entsprechende Fahrkarte bis nach Freyung verkauft – obwohl die DB mit der ITB noch keinerlei Vereinbarung zwecks Kostenübernahme getroffen hat. „In solchen Fällen sind wir aber kulant. Unsere Zugbegleiter sind angewiesen, nicht nachzukassieren“, sagt Prof. Schempf.
Auch in Sachen „Bayernticket“ war bislang noch niemand bereit, mit der ITB zu verhandeln.
Wo wir gerade bei den kleineren Startschwierigkeiten sind: „Der reine Betrieb läuft super, ein Problem ist aber die unbefriedigende Situation im Passauer Bahnhof“, sagt Prof. Thomas Schempf. Ursprünglich war Gleis 1 für die Ilztalbahn geplant, aus betrieblichen Gründen wurde es aber Gleis 6 – und deshalb müssen jetzt alle Radler ihre Fahrräder durch den Tunnel tragen. Und Rollstuhlfahrer können nur befördert werden, wenn sie sich einen Tag vorher anmelden – um vorschriftsgemäß von einem Bahnmitarbeiter von Gleis 6 über die Gleise geführt zu werden. Und dann gibt es in Passau immer Tohuwaboho zu den Hauptverkehrszeiten: Die DB hat die Bahnfahrer generell so „erzogen“, dass sie nicht ohne Fahrkarte in einen Zug einsteigen: Deshalb stehen die Ilztalbahn-Fahrgäste auch jedes Mal in Scharen vor dem Reisezentrum im Bahnhof Schlange, um dann erst zu erfahren, dass es in diesem Fall die Fahrkarten direkt im Zug gibt …
Dennoch spricht Prof. Schempf von einem Erfolg. „Der größte Erfolg dabei ist: Die Ilztalbahn ist angekommen – bei den Menschen in ihrer Planung von Freizeitaktivitäten. Für einige ist es schon fast Gewohnheit, die Bahn für Wanderungen an der Ilz zu nutzen. Und das ist alles ganz schnell passiert.“
Auch das Donau-Moldau-Ticket für Ausflüge über Waldkirchen und Haidmühle hinüber ins Böhmische oder nach Krumau schlage jetzt allmählich ein. „Da läuft mittlerweile ganz viel Werbung über Vermieter und Tourismusbüros.“ An allen Haltepunkten weisen Faltblätter auf die Angebote hin, „und auch im Internet spricht sich die Ilztalbahn mittlerweile rum.“
Ende Oktober endet die erste Ilztalbahn-Saison fahrplanmäßig. An eine Ausweitung des Angebots nächstes Jahr ist für ITB-Geschäftsführer Schempf aber nicht zu denken: „Was wir machen ist eine Leistung bürgerschaftlichen Engagements, das auf Ehrenamt fußt. Sogar unsere Lokführer bilden wir selber aus. Mit unserem Sommer-Angebot ist die Grenze der Ehrenamtlichkeit ausgereizt.“ Dabei erfülle die Ilztalbahn genau den ihr zugedachten Zweck: ein Angebot für Freizeit und Urlaub zu sein. „Zudem hat Freyung durch die Ausweitung der Busverkehre jetzt auch an Wochenenden wieder vier Mal am Tag eine echte ÖPNV-Anbindung Richtung Nationalpark und Grenze bekommen.“
Um die Bahn-Strecke auch anderweitig nutzen zu können, müssten andere tätig werden. Ein echter Regel-Regionalverkehr zum Beispiel müsste vom Freistaat Bayern bestellt und finanziert werden. Und da tut sich nichts.
Großes Interesse an Holztransporten
Dagegen gibt es bei einigen großen Sägewerken in Bayern und Österreich reges Interesse an Holztransporten auf der Schiene. „Da wäre Waldkirchen als Verladebahnhof für uns interessant“, sagt Prof. Schempf, „aber da müssen wir erst die Ladeflächen von der DB hinzupachten, und die Verhandlungen laufen wie immer ziemlich zäh.“ Außerdem erfordern Holzwaggons höhere Achslasten, „deshalb müssen vorher zwischen Waldkirchen und Passau erst noch zwei Brücken entsprechend ertüchtigt werden.“ Also: „Da wird wohl was kommen, aber das müssen wir erst regeln.“
Auch von Seiten der Bundeswehr gebe es „klare Signale“, dass sie die Bahn in Zukunft wieder für Transporte und Verlegungen nutzen will.
Übrigens: Der Erfolg treibt nicht nur Gäste in die Züge, sondern auch neue Mitglieder in den Ilztalbahn-Förderverein: „Wir gehen auf die 700 Mitglieder zu“, freut sich Prof. Schempf.
PNP vom 24.08.11
In Röhrnbach ist allerhand geboten -36. Flohmarkt im Markt mit Herz
Ab den frühen Morgenstunden viel Spaß und Heiterkeit
Von Norbert PeterRöhrnbach. Am 28. August steht der Markt Röhrnbach ganz im Zeichen des traditionellen Flohmarktes, der heuer in seiner 36. Auflage auf dem Marktplatz anrollt.
Vereine, Organisationen und Verbände aus dem Bereich der Marktgemeinde stellen sich wieder in den Dienst der guten Sache. Schon früh morgens werden jene auftauchen, die sich ein Schnäppchen angeln wollen, und davon sind beim Flohmarkt einige auf Lager.
Das Flohmarktgremium „Aktion Kinder und Jugend“ hat mit den beteiligten Gruppen ein kurzweiliges und vielfältiges Programm zusammengestellt. Egal, ob man einen gemütlichen Sonntag mit Schmankerln und den dazugehörigen Getränken bei zünftiger Musik verbringen will, auf Schnäppchenjagd geht oder sich beim attraktiven Rahmenprogramm vergnügen will – Röhrnbach ist bestens gerüstet.
Das musikalische Programm auf der Bühne 1: Von 10 bis 13 Uhr spielt die Blaskapelle Kreuzberg auf, von 13.30 bis 17 Uhr der Musikantenstammtisch aus Großwiesen und von 17.30 bis 19.30 Uhr liefert Hot Sausage Rockabilly, Boogie and Rock’n‘Roll.
Das Programm auf der Bühne 2: Von 10.30 bis 11 Uhr Square Dance Club „The Salt Traders“, 13 bis 13.30 Uhr Auftritt der Tanzgruppe „Waidler Buam“ Waldkirchen, 14 bis 14.30 Uhr 2. Karateclub Bayerwald, 15 bis 15.30 Uhr Kindertanzgarde des SV Röhrnbach.
Den ganzen Tag über finden die Veranstaltungen Kinderschminken, Hüpfburg, Bogenschießen, Bungee-Trampolin, Fahrten mit dem chinesischen Polizei-Motorrad, Biertraglsteigen und Pony-Reiten statt. Viele Vereine in und um Röhrnbach kümmern sich um die Gestaltung.
Beim Bungee-Trampolin fangen zwei kleine Bungee-Seile den Springer immer wieder sanft auf und sorgen somit für ein kontrolliertes Aufkommen im Trampolinzentrum. Auch ungeübte Personen können mehrfache Vor- oder Rückwärtssalti schlagen, Kinder und Jugendliche erfreuen sich an diesem bisher unbekannten, schwerelosen Hochgefühl. Das Bungee-Trampolin vermittelt zudem das Gefühl der Schwerelosigkeit, trainiert die Körperkoordination und ist in punkto Attraktivität für jedermann ungeschlagener Spitzenreiter.
Rundum bestens vorbereitet wünschen die Veranstalter dem Publikum im „Markt mit Herz“ viel Vergnügen und Sonnenschein in den Stunden auf dem Marktplatz.
Haidmühler Feuerwehr macht der Lok Dampf
Außergewöhnlicher „Auslandseinsatz“: Hilfe am neugestalteten Bahnhof Nove Udoli
Von Otto DraxingerHaidmühle/Nove Udoli (CZ). Großzügig saniert und ausgebaut wurde in den vergangenen Wochen der tschechische Grenzbahnhof in Nove Udoli (Neuthal) unweit von Haidmühle. Züge verkehren von dort seit längerem in Vernetzung mit der Ilztalbahn (ITB) im Stundentakt in Richtung Krumau/Budweis oder Wallern. Vor etwa zwei Wochen konnten nun auch die umfangreichen Bauarbeiten abgeschlossen werden. Grund genug also, dies mit zwei nostalgischen Dampfzugfahrten zwischen Nove Udoli und Horni Plana und in Anwesenheit auch von Vertretern der Ilztalbahn sowie der südböhmischen Regionalbahnen gebührend zu feiern.
Bevor aber vormittags und nachmittags die 250 Pferdestärken leistende Dampflok aus der Zeit der Donaumonarchie zur Freude der vielen wartenden Bahnfreunde schnaubend und qualmend mehrere nostalgische Personenwägen in den neuen Grenzbahnhof hineinzog, da rückte erst einmal ein gutes Dutzend Uniformierte der Haidmühler Feuerwehr in teils historischer Montur an – der noch mit WOS-Kennzeichen versehene Hatz-Bulldog zog den Spritzenwagen.
Noch rechtzeitig vor Zug-Ankunft galt es nämlich eine etwa hundert Meter lange Schlauchleitung aufzubauen, denn die alte Dampflok hatte an dem strahlenden Sommertag mächtig Durst. „Vodojem 4 m3“, viertausend Liter Wasser fasst der „Bauch“ der im Jahr 1901 erbauten Dampflok. Aber das bereitete dem greisen 28 PS starken VW-Motor der Haidmühler Wehr keine größeren Probleme. Mit nur wenigen Kurbelumdrehungen startete und schnurrte er gewohnt zuverlässig vor sich hin und schon bald hatte der 56 Jahre alte „Käfermotor“ den Kessel mit frischem Wasser aus dem Grenzbach vollgepumpt.
Zustande gebracht hatte diese unbürokratische grenzüberschreitende Zusammenarbeit eigentlich Manfred Gansmeier, ehemaliger Zollbeamter und bekennender Eisenbahnfreund. Weil es auf tschechischer Seite entlang der Bahnstrecke nur zwei „Wassertankstellen“ gibt und in Nove Udoli eben keine, setzte er sich nach einem Gespräch mit dem Vertreter der südböhmischen Regionalbahnen, Pavel Kosmata, mit der Haidmühler Feuerwehr in Verbindung – und Vorstand Siegfried Nachbar sowie Kommandant Harald Gibis sagten ihre Unterstützung sofort zu. Auch Bürgermeister Fritz Gibis, der als oberster Feuerwehrchef den „Auslandseinsatz“ seiner Wehr vor Ort begleitete, freute sich sehr über die gelungene gutnachbarliche Zusammenarbeit.
Währenddessen setzten sich aber die „Antonin Rausch“ bzw. die „Adalbert Stifter“, wie die historischen Vormittags- bzw. Nachmittagszüge nach Böhmerwald-Schriftstellern benannt wurden, wieder frisch gestärkt durch die herrliche Böhmerwald-Landschaft des Nationalparks Sumava in Bewegung und die vielen zurückwinkenden Mitfahrenden fühlten sich bereits in längst vergangene Zeiten versetzt.
Am Grenzbahnhof zurück blieben derweil die Haidmühler Feuerwehrler, ebenfalls ihren großen Durst löschend und zufrieden ob ihres außergewöhnlichen Einsatzes.
Am langen Wochenende: Ein Ausflug mit der Ilztalbahn
Am Samstag Musikantenzug – Ab Freyung weiter mit dem Bus bis nach Buchwald
Freyung-Grafenau. Wer am langen Wochenende einen Ausflug mit dem Zug machen möchte, dem bietet die Ilztalbahn viele Möglichkeiten. Auch am Montag, dem Feiertag, fährt die Bahn im gewohnten Takt.
Am Samstag steht eine ganz besondere Fahrt auf dem Programm: Ein Musikantenzug steuert von Passau aus die Endstation Freyung an. Alle Freunde von spontaner, bayerischer, unverstärkter, lustiger Sanges- und Musikantenkunst können gerne dazustoßen: Abfahrt ist um 9.42 Uhr am Bahnhof Passau, die Fahrt geht über Röhrnbach, wo der Zug um 10.22 Uhr hält, weiter geht es nach Waldkirchen, wo der Zug um 10.40 Uhr eintrifft – Endstation ist Freyung.
Dem leiblichen Wohl wird am Stadtplatz im Bräustüberl gefrönt. Nach der Stärkung geht’s um 15.35 Uhr wieder zurück nach Passau. Dort klingt abends das fröhliche Treffen im Gasthaus Streiblwirt am Rittsteig aus. Wer auf den Musikantenzug Lust bekommen hat, kann sich im Zug Karten besorgen.
Wer an der Endstation in Freyung von Bahn auf Bus umsteigen möchte, hat die Möglichkeit: Die Linie RBO-Bus-Linie 6163 fährt an Wochenenden ab dem Bahnhof Freyung über Finsterau zum Freilichtmuseum und weiter nach Buchwald/Bucina zur Landesgrenze. Jeden Samstag, Sonntag und Feiertag fährt der Bus diese Stationen an. In Buchwald warten sowohl bekannt gute gastronomische Möglichkeiten, als auch weite Wander- und Fahrradmöglichkeiten. Manche Zeugen der früheren Siedlungen – wie zum Beispiel der Fürstenhuter Friedhof oder das „Hajenka“-Wirtshaus auf den grenznahen Hochebenen – können erwandert werden.
Die Abfahrtszeiten ab dem Bahnhof Freyung sind: 8.52 Uhr, 11.02 Uhr, 13.54 Uhr und 17.54 Uhr. Rückfahrten von Buchwald sind um 9.40 Uhr, 12.40 Uhr, 14.47 Uhr und 18.47 Uhr. Diese Buszeiten sind mit den Bahnankunfts- und Abfahrtszeiten der Ilztalbahn gekoppelt. (Info-Telefon: 08581/971118; ITB Bahninformationen: www.ilztalbahn-gmbh.de
Eine weitere Ausflugsmöglichkeit: Bis Ende September Tagesausflug ab/bis Passau nach Cesky Krumlov in der ITB-Hauptsaison bis : Sechs Stunden Aufenthalt am Ziel mit nur einer Fahrkarte (zum Beispiel dem Donau-Moldau-Ticket der ITB).
Der Fahrplan: Passau Hbf ab 7.37 Uhr mit der Ilztalbahn; Waldkirchen an 8.32 Uhr, ab 8.35 Uhr mit dem Bus nach Haidmühle-Grenze; Fußweg ca. 200 Meter zum Bahnhof Nove Udoli, hier ab 9.17 Uhr Zug nach Cesky Krumlov (an 10.59 Uhr). Vom Bahnhof Krumau etwa sind es etwa 25 Minuten Fußweg nach Krumau Altstadt, günstige Taxis sind eine Alternative. Rückfahrt ab 17.01 Uhr mit dem Zug nach Nove Udoli (an 18.47 Uhr), Haidmühle-Grenze ab 19.17 Uhr mit dem Bus nach Waldkirchen, ab 20 Uhr weiter mit der Ilztalbahn zurück nach Passau (Hbf an 20.55 Uhr) – pnp
LESERBRIEFE
Lippenbekenntnisse
Zum Bericht „Dritte Startbahn genehmigt“ vom 27. Juli:
„Der Bau einer dritten Startbahn am Münchner Flughafen löst zu Recht nicht nur bei den Anwohnern vehemente Gegenreaktionen aus. Die von der CSU (erst seit neuestem!) vertretene Meinungsänderung in Sachen Atomenergie klingt eher scheinheilig, wenn man die Position dieser Partei und ihres Koalitionspartners bezüglich des Baus einer dritten Startbahn im Erdinger Moos kennt. Einesteils will man die teuflische Atomtechnologie ausschalten, andererseits toleriert man die immense, ungebremste Luftverschmutzung, die durch den zunehmenden Flugverkehr entsteht, und rechtfertigt dies z. B. mit der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Aufwertung des Münchner Raums. Schon jetzt starten und landen stündlich bis zu 70 Maschinen – man bedenke den CO2-Ausstoß durch den Bau einer weiteren Startbahn! Wer außerdem die Entwicklung im internationalen Flugverkehr verfolgt, muss tatenlos zusehen, wie etwa allein der Staat Dubai sich anschickt, alle Fäden in die Hand zu bekommen und den europäischen Flughäfen das Wasser abzugraben. Was bringt denn eigentlich noch das Münchner Projekt? Enorme Kosten entstehen (abgesehen von den Umweltschäden), die man z. B. in die regionale Infrastruktur auch außerhalb des Münchner Dunstkreises stecken könnte. Die Flughafengesellschaft beteuert zwar, dass der geplante Bau hauptsächlich von ihr getragen würde, aber der Steuerzahler kommt sicher nicht ungeschoren davon. Man verwehrt etwa einem vergleichsweise kleinen Unternehmen wie der umweltfreundlichen Ilztalbahn staatliche Zuschüsse, die sich im Vergleich zum Flughafenprojekt (oder den 30 Millionen für die Olympia-Bewerbung) wie ,Peanuts‘ ausnehmen, beteuert aber immer wieder die Wichtigkeit umweltschonender Verkehrsverbindungen, die zugleich der Verbesserung der Infrastruktur im ländlichen Raum dienen. Leider liegen hier politische Lippenbekenntnisse und der echte Wille zu deren Umsetzung weit auseinander.“
Heide-Marie Mindl, Freyung
Stand von 2006
Zum selben Thema:„Besonders betroffen von dem Planfeststellungsbeschluss sind bestimmt nicht das Wirtschafts- und das Umweltministerium, sondern die Menschen, die nördlich des Flughafens München leben. Wenn sie nicht umgesiedelt werden, müssen sie zukünftig mit gesundheitsschädlichem Lärm leben. Die Auswirkungen einer dritten Startbahn werden von Fürstenfeldbruck bis Landshut, von Pfaffenhofen bis Ebersberg eine ganze Region betreffen. Dabei ist die dritte Startbahn gar nicht nötig. Die Zahl der Flugbewegungen am Münchner Flughafen entspricht dem Stand von 2006, also noch vor den Startbahnplanungen. Die Ergebnisse liegen auch unter der von der Flughafengesellschaft selbst erstellten Prognose, die eine dritte Startbahn begründen sollte. Und die dritte Startbahn wäre natürlich extrem schädlich. Sie soll dazu dienen, den Traum der Flughafengesellschaft und einiger Politiker von einem ,Drehkreuz‘ zu erfüllen, bzw. den Alptraum der Anwohner. Kleine Flugzeuge sollen angelockt werden, deren Passagiere nur umsteigen. Die dritte Startbahn bringt keinen Nutzen für Bayern, aber Schaden: Die Auslastung der Flugzeuge sinkt, Lärm, Abgase und Klimaschaden nehmen zu.“
Bernd Sluka, Passau
LESERMEINUNG
Entscheidung ist nicht zukunftsorientiert
Zum Bericht „30 zu 22: Unterstützung für Bahn abgelehnt“ vom 28. Juli:Es ist bedauerlich, dass die Mehrheit des Kreistags eine moralische Unterstützung der Ilztalbahn GmbH abgelehnt hat. Mehr wäre es nicht gewesen. Landrat Ludwig Lankl hat recht, wenn er sagt, man „würde noch kein Risiko eingehen“. Kein Kreisrat kann sagen, wie z. B. in drei Jahren die finanzielle Situation des Landkreises ausschaut. Auch die Ilztalbahn kann weder die eigene finanzielle Situation noch die des Landkreises für die nächsten 15 Jahre voraussagen. Einen Vorteil für den ehemaligen Landkreis Wolfstein hat wenigstens für kurze Zeit die Ilztalbahn schon gebracht: Wir sind augenblicklich nicht mehr am Wochenende über 30 Stunden von der Außenwelt abgeschnitten.
Vor zwei Jahren bin ich als Autofahrer versuchsweise einmal mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach München gefahren. Es war sehr interessant. Ich war direkt froh, dass ich nicht zwei zusätzliche Nächte in München übernachten durfte, um erst am Montag zurückzufahren. Sonntag abends ging es schon!
Zur Zeit redet man ständig vom demographischen Wandel. Man soll hier auch auf die Senioren aufpassen. Es besteht nämlich die Gefahr, dass die Alten den Jungen, die hier keine Arbeit fanden, nachziehen. Damit die Alten, die nicht mehr Auto fahren wollen oder können, bleiben, ist ein gutes öffentliches Verkehrssystem notwendig. Wo anders redet man bei der Bahn vom Einstundentakt und bei uns hat man den Eindruck, dass manche damit Probleme haben, dass jetzt wenigstens im Sommer am Wochenende der Zug wieder fährt. Es wäre gut, wenn die 30 Kreisräte, die der Ilztalbahn die moralische Unterstützung verweigerten, einmal im Kopf durchrechnen würden, welcher Schaden im Tourismusbereich entsteht, weil die Bahn nicht täglich regelmäßig fährt. Da die Autobahnen immer überfüllter und holpriger werden, wird für Betriebe ein Bahnanschluss wieder interessant.
Wenn der Kreistag zukunftsorientierter wäre, würde man dort darüber diskutieren, ob man unsere Strecke von Waldkirchen aus auf der alten Trasse wieder mit dem tschechischen Schienennetz verbindet oder nach alten Plänen von Freyung aus eine moderne Trasse bis zur Grenze baut. Wer nichts will, wer nichts fordert, der braucht sich auch nicht zu wundern, wenn er nur Almosen bekommt.
Freyung
*
Leserbriefe sind Äußerungen der jeweiligen Verfasser und brauchen mit der Meinung der Redaktion nicht übereinzustimmen. Die Redaktion behält sich aus Platzgründen Kürzungen vor. PNP FRG-Regional 30.07.2011
Ilztalbahn: In den frühen Zügen gibt’s noch Sitzplätze
ITB rüstet sich für das nächste Bahn-Wochenende
FRG. Die Ilztalbahn erfreute sich an den vergangenen Wochenenden zahlreicher Fahrgäste. Nach der Eröffnung am vorletzten Wochenende waren die grün-gelben Triebwagen der Waldbahn am Samstag und Sonntag erneut voll besetzt, obwohl es zum Teil in Strömen regnete. Damit niemand stehen muss und genügend Zeit für den Tag in Passau oder für eine Wanderung auf dem Lusen zur Verfügung steht, empfiehlt die Ilztalbahn GmbH verstärkt die frühen Züge zu nutzen.
So klappt laut ITB-Angaben die Anfahrt zum Nationalpark mit dem Zug um 7.37 Uhr ab Passau ganz hervorragend. Bei diesem Zug gebe es auch noch genügend Platz für Fahrräder. In Waldkirchen besteht sofort Anschluss zum Bus nach Freyung und weiter zum Lusen. Die Züge um 9.42 Uhr und 13.42 Uhr ab Passau werden nach den vorliegenden Anmeldungen für Samstag und Sonntag wieder stark besetzt sein.
Mehrere Halts zwischen Passau und Freyung
Für einen Einkaufsbummel in Passau ohne Lkw-Ärger und Parkplatzsucherei ist der Zug um 8.40 Uhr ab Waldkirchen ideal. Die letzte Rückfahrt ab Passau besteht um 17.42 Uhr. Die Ilztalbahn-Züge halten zwischen Freyung und Passau in Waldkirchen, Röhrnbach, Fürsteneck, Kalteneck, Fischhaus und Tiefenbach.
Alle Informationen findet man im Internet unter www.ilztalbahn.eu. – coy
–––––––––––––––––––––– in der Landshuter Zeitung 16.07.2011
Der Dornröschenschlaf ist beendet
Artikel zum runterladen (PDF)
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Leserbrief in der PNP Freyung 28.07.2011:LESERMEINUNG
Jetzt haben wir es in der Hand
Zum Bericht „Die Region ist wieder am Zug“ vom 18. Juli:
Die Schienen der Ilztalbahn glänzen wieder und die Augen der Ilztalbahnfreunde auch! Die „Reanimation“ ist für’s erste gelungen. Die Vision dieser „Mitmachgesellschaft“ (…) in Form einer beispielgebenden Bürgerinitiative ist Realität geworden: Die Ilztalbahn ist wieder eine öffentliche Bahnlinie. (…) Couragiert und tapfer haben die Mitglieder des Fördervereins Ilztalbahn e.V. die zahlreichen Steine „von der Schiene“ geräumt und sich nicht von den notorischen Bedenkenträgern von Seiten der „Politiker“, die dieses bemerkenswerte Bürger-Engagement in geradezu bornierter Weise bislang ignoriert haben, entmutigen lassen.
Nur eine verhältnismäßig überschaubare und außerordentlich treue und einsatzfreudige Schar von Bundes- ,Landes- und Kommunalpolitikern diverser Couleur, die Eigeninitiative schätzen und fördern, die über den Tellerrand hinauszublicken vermögen und denen das Schicksal des Bayerischen Waldes und der nachfolgenden Generation nicht einerlei ist, haben die Ilztalbahnfreunde konsequent und zielführend unterstützt. (…)
Die Freude über die Wiederinbetriebnahme stand vielen Teilnehmern ins Gesicht geschrieben. Ein Opa, der mit seinem Enkel an dieser Erstlingsfahrt teilnahm, hatte sogar Tränen in den Augen als er ihm von seinen Schulfahrten vor 65 Jahren nach Passau erzählte. Zwischen Kalteneck und Tiefenbach brachten Schulkinder auf zwei großen, selbst gemalten Transparenten an der Strecke ihre Begeisterung darüber, dass wieder ein Zug fährt, zum Ausdruck. (…) Es herrschte also allerorten eitel Freude über die neue Errungenschaft (…).
Jetzt liegt es an uns in unserer Region, dieser großartigen Bürgerinitiative und Selbsthilfeaktion eine Zukunft zu sichern, indem wir „auf den Zug aufzuspringen“! Wir haben es selbst in der Hand, dass – wie bereits im Gutachten des Bayerischen Wirtschaftsministeriums aus dem Jahre 1998 ausdrücklich vermerkt – unsere Ilztalbahn „positive Auswirkungen auf die gesamte Region hat und zu einem wichtigen Instrument für den regionalen Fremdenverkehr wird“ (…). Wir alle sind am Zug für eine „Zukunft in Bewegung“ (…).
Karl-Heinz Paulus ,
Freyung
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PNP FRG-regional 28.07.201130 zu 22: Unterstützung für Bahn abgelehnt
Kreisräte entscheiden sich gegen eventuelle finanzielle Hilfe für Ilztalbahn – ITB-Chef Schempf: „Macht mich sprachlos“ Von Jennifer Jahns Freyung-Grafenau. Heiß und lang diskutiert wurde das Thema „Unterstützung der Ilztalbahn GmbH“ in der letzten Kreistagssitzung. CSU-Fraktionsvorsitzender Josef Kern sah sich sogar zunächst nicht in der Lage, über den Beschlussvorschlag abzustimmen, weil wichtige und aussagekräftige Informationen darin fehlen würden und CWG-FW-Fraktionsvorsitzender Alexander Muthmann war angesichts dieser aktuellen Vorkommnisse derart überrascht, dass er in der Sitzung eine zehnminütige Pause beantragte, um sich mit seiner Fraktion beraten zu dürfen. Aber von vorne: Konkret ging es laut Beschlussvorlage um drei Themen, die die Ilztalbahn (ITB) betreffen und diese unterstützen sollen. Zum einen sollte der Landkreis im Zuge des ÖPNV die Einrichtung von ITB-Anschlussverkehren sichern. Zweitens soll der Landkreis in den nächsten 15 Jahren mindestens einmal im Jahr eine Zugfahrt Passau-Freyung bei der ITB beantragen. Und drittens soll der Landkreis die ITB „im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten zur Aufrechterhaltung des Bahnbetriebs Passau-Freyung“ unterstützen, wie es im Beschlussvorschlag hieß.
Kritik: Angaben im Antrag zu unkonkret
Und genau das war der Knackpunkt, an dem sich die Meinungen teilten. CSU-Fraktionsvorsitzender Josef Kern bemängelte, dass in dem Beschlussvorschlag konkrete Zahlen fehlen würden, wie genau und in welcher Höhe so eine Unterstützung aussehen würde. Schließlich müsse man sich „absichern“. Sein Antrag, diesen Tagesordnungspunkt zu vertagen, bis konkrete Zahlen vorliegen, lehnte das Gremium aber mit 30:22 Stimmen ab und beriet weiter über das Thema – vor allem auch deshalb, weil die ITB bis Mitte September 2011 konkrete Fakten vorlegen muss, um eine mögliche Förderung von 1,6 Millionen Euro erhalten zu können. Genau deshalb hätte der Landkreis nämlich auch „unterstützen“ sollen. Zumal er schon beim Thema „Bürgschaft“ nicht weiterhelfen kann und darf: Zur Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Passau-Freyung durch die ITB hat der binational besetzte Begleitausschuss des Ziel-3-Programms Bayern-Tschechien der ITB 2010 nämlich eine Förderung von 1,6 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Der Begleitausschuss hat dieses Vorhaben aber nur unter folgender Bedingung genehmigt: Die Ertüchtigung der Schieneninfrastruktur und deren – für das EU-Programm erforderlichen – Nutzung in Form eines grenzüberschreitenden Tourismus- und Freizeitbetriebs über einen Zeitraum von 15 Jahren sind durch eine Bankbürgschaft abzusichern. Leider seien aber alle Versuche, diese Fördervoraussetzung abzuändern, nicht erfolgreich gewesen. Unter anderem wurde deshalb in Erwägung gezogen, dass der Landkreis FRG die nötige Bürgschaft übernimmt oder selbst – anstelle der ITB – als Maßnahmeträger auftritt. Beide Varianten seien aber nach Rücksprache mit der zuständigen Rechtsaufsicht sowohl haushaltsrechtlich als auch kommunalrechtlich nicht zulässig bzw. genehmigungsfähig. Somit müsse die ITB letztendlich doch eine entsprechende Bankbürgschaft vorweisen. Weil also der Landkreis schon nicht die Bürgschaft übernehmen kann, baten die Vertreter der Ilztalbahn GmbH darum, dass der Landkreis zumindest im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten die ITB über die Dauer des Gewährleistungszeitraums unterstützen soll, falls im Rahmen des Zugverkehrs ein Verlust entstehen sollte.
Lankl: „Würden noch kein Risiko eingehen“
Landrat Ludwig Lankl betonte, dass man ja mit einer jetzigen, allgemeinen Zustimmung noch keinerlei Risiko eingehen würde, weil konkrete Anfragen ohnehin noch einmal abgesegnet werden müssten. Auch verwies er darauf, dass man sich mit einem „Ja“ klar hinter das Großprojekt ITB stellen und Gemeinschaftssinn beweisen könne. Mehrere Gremiumsmitglieder stimmten ihm dabei zu. Gerhard Drexler (FDP), der als Bewohner im Bahnhofgebäude mit eigenen Augen oft die viele Arbeit der ITBler mitbekomme, sagte beispielsweise: „Jetzt muss man ein Zeichen setzen.“ Josef Bauer (BP) meinte: „Man muss der ITB auch mal Vertrauen schenken.“ Helmut Behringer (SPD) sagte: „Wir sollten der ITB keine Steine in den Weg legen – die Bahn wertet unsere Tourismusregion auf.“ Doch zahlreiche Gremiumsmitglieder waren da anderer Meinung und kritisierten vor allem die zu wenig konkreten Angaben in der Beschlussvorlage, in welcher Höhe die finanzielle Unterstützung seitens des Landkreises ausfallen solle. Alexander Muthmann lobte zwar generell die Leistung der ITBler, sagte aber: „Die Aussage ist zu pauschal. Das schürt möglicherweise Hoffnungen, die man nicht einhalten kann. Ich plädiere für klare Zahlen, damit der Landkreis weiß, wieviel es ihn kostet und die ITB weiß, mit wieviel Unterstützung sie rechnen können. Sonst kann ich dem Beschlussvorschlag nicht zustimmen.“ Auch Dr. Olaf Heinrich verwies darauf, dass die Angaben „zu wenig definiert“ sind. Als Kreisrat habe man Verantwortung über die Finanzen – „auch über diese Wahlperiode hinaus“. Im Rahmen der hitzigen Diskussion wehrte sich Heinrich zudem gegen einen Angriff von Josef Bauer. Der hatte mit einem deutlichen Seitenhieb – „Populismus“ und „mangelndes Demokratieverständnis“ – signalisiert, dass er es nicht verstehe, dass man sich in den Reihen – v.a. auch bei der CSU – so zahlreich gegen eine Unterstützung für die ITB ausspricht. Als „niveaulose Vorwürfe“ und „bemerkenswerte Entgleisung“, die er so in seinen über neun Jahren im Kreistag noch nicht erlebt habe, bezeichnete Heinrich diese Vorwürfe. Letztlich wurde so umfangreich über das Thema ITB diskutiert, dass Martin Behringer (FW-GL) sogar einen spontanen Antrag „auf sofortige Abstimmung“ stellte. Schließlich „ist jetzt alles ausdiskutiert“, so Behringer. Ganz so schnell ging es dann aber doch nicht. Zuvor beantragte Alexander Muthmann noch, über die drei Punkte des Antrags getrennt abstimmen zu dürfen – dieser Antrag wurde genehmigt. So schlossen sich die Kreisräte mit jeweils drei Gegenstimmen den beiden Punkten „Einrichtung von ITB-Anschlussverkehren“ (mit dem Zusatz: „für die Dauer von 15 Jahren“) und „Beauftragung einer jährlichen Zugfahrt“ an. Der dritte Punkt „Unterstützung der ITB durch den Landkreis im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten“ fand schließlich keine Mehrheit: Mit 30:22 Stimmen wurde der Beschlussvorschlag abgelehnt.
Das sagt ITB-Chef Schempf zur Entscheidung
ITB-Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Schempf war selbst in die Kreistagssitzung gekommen und hatte in einem Vortrag auch nochmals die umfangreiche Bürgerarbeit des Projekts ITB vorgestellt sowie die infrastrukturelle Bedeutung der ITB für die Region betont. Auf die Entscheidung gegen die Unterstützung angesprochen, sagt Schempf, er sei „entsetzt gewesen über das Niveau und die Qualität“ der Diskussion. Er vermisse die Einsicht, dass man mit dem touristischen Großkonzept in der Region, zu der auch die ITB gehört, viel erreichen könne. So vergebe man eine Chance – „das ist einfach ärgerlich“, so Schempf. Dass die Chancen auf die 1,6 Millionen Euro Förderung durch die Ablehnung des Antrags nun schlechter stehen, das denkt Schempf nicht – „die Chancen haben sich dadurch weder geändert noch geschmälert“. Allerdings wäre es ein wichtiges Signal bei der Förderantragstellung gewesen, wenn man den Rückhalt des Landkreises präsentieren hätte können, so Schempf. Dass der Kreistag sich nicht einmal für diese Form „der sanften Unterstützung“ durchringen konnte, „macht mich sprachlos“, so Schempf. Er geht – auch ohne diese eventuelle finanzielle Unterstützung durch den Landkreis – davon aus, dass man auch so „einen substanziellen Teil der 1,6 Millionen Euro abdecken“ werden kann. In die Sitzung gekommen war auch Hermann Schoyerer vom Förderverein Ilztalbahn. Dass der Antrag auf finanzielle Unterstützung abgelehnt wurde stimme ihn „sehr enttäuscht“, sagte er nach der Sitzung auf PNP-Anfrage. Er sei vor allem enttäuscht „über diese Art von Nicht-über-den-Tellerrand-blicken-wollen“. – jj
So lief das erste ITB-Wochenende
„Hervorragend“ – so lief nach Aussage von Hermann Schoyerer (Förderverein Ilztalbahn) das erste Ilztalbahn-Wochenende nach dem offiziellen Eröffnungswochenende. Am ersten „normalen“ Betriebswochenende 23./24. Juli hätten insgesamt rund 1500 zahlende Fahrgäste die ITB genutzt. Am Samstag waren es laut Schoyerer rund 730 Fahrgäste, am Sonntag – „trotz schlechten Wetters“ – noch einige mehr. Die ITB fährt in der Regel mit zwei Waggons, in jedem Waggon sind etwa 75 bis 79 Sitzplätze vorhanden, hinzu kommen die Stehplätze – und die mussten aufgrund der großen Nachfrage am letzten Wochenende auch zahlreich in Anspruch genommen werden. Besonders freue ihn, so Schoyerer, dass sich die Gruppe der Fahrgäste vielseitig zusammensetze: alle Altersklassen, Radler, Mütter mit Kinderwägen, etc. Der Zugführer hat nach dem Wochenende zudem einmal den Spritverbrauch der Bahn berechnet: „Bei einer Fahrt von Passau nach Freyung braucht die ganze Fuhre 66 Liter. Bei voller Auslastung, die wir am Samstag und Sonntag auch hatten, sind das bei 2 x 77 = 154 Plätzen nur 0,43 Liter pro Sitzplatz, und das für 50 km Fahrt.“ – jj
PS.: Die erwähnten drei Gegenstimmen (alle CSU) waren immer:
Bgm. Josef Gutsmiedl, Röhrnbach
Herr Alfons Hellauer, Altbürgermeister von Neureichenau
Herr Karl-Heinz Roth, Schulstraße 47, 94518 Spiegelau
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PNP vom 18.7.2011Ilztalbahn: Zwischen Nostalgie und Zukunft
Die Ilztalbahn feierte am Wochenende ihre Wiederbelebung. Die Passagiere waren von der einzigartigen Strecke begeistert. Nun muss die Bahn beweisen, dass sich das Projekt auch rechnet.
Andächtig schauen Heidi Geppert und ihre Schwester, Waltraud Weindl, am Samstagmorgen aus dem Fenster der Ilztalbahn − der ersten, die nach 30 Jahren von Passau nach Waldkirchen im regelmäßigen Personenverkehr fährt. Ab und zu zeigt eine der beiden hinaus, um auf einen altbekannten Punkt auf der Strecke hinzuweisen. „Als Kinder sind wir von Freyung mit der Bahn nach Passau gefahren“, erzählt Heidi Geppert. Die Erinnerungen an die vergangenen Jahre und die alten Holzsitze der Bahn werden wieder wach. „Aus Nostalgie sind wir hergekommen“, sagt sie.
Das ist der Grund für viele Passagiere der Ilztalbahn, die am Wochenende auf der wiederbelebten Strecke durch das Ilztal fahren. „Dies ist eine Planfahrt, kein Fotozug“, schallt es aus dem Zuglautsprecher. Immer wieder muss der Lokführer seine Fahrgäste daran erinnern, denn an jedem Haltepunkt springen die begeisterten Eisenbahner aus dem Zug, um diesen historischen Moment mit der Kamera festzuhalten.
50 Kilometer Schienen und 77 Minuten liegen zwischen Passau und Freyung, eine Busverbindung besteht sowieso. Lohnt sich die Ilztalbahn da überhaupt? Eine Grundsatzfrage, die sich Betreibern kleiner Regionalbahnen überall in Deutschland stellt.
Für Prof. Thomas Schempf, den Geschäftsführer der Ilztalbahn-GmbH, soll die neue alte Bahn aber mehr sein als nur ein Liebhaberstück. „Der Bus fährt am Wochenende sehr selten, er ist ausgerichtet auf den Berufs- und Schülerverkehr“, verteidigt Schempf seine Bahn. „Mit Wanderrucksäcken kommen die Leute, bald fahren auch die Kurgäste mit der Bahn nach Passau rein“, wünscht er sich. Ausflügler und Touristen sind die Zielgruppe für die Ilztalbahn, die nun bis Ende Oktober am Wochenende und feiertags unterwegs ist.
Nach Nostalgiezügen schauen die gelb-grünen Wagen des Regioshuttles auch nicht aus, die jetzt auf der Strecke verkehren. Sie sind modern und schlicht − so wie es sich für eine typische Regionalbahn heute gehört.
Überhaupt nicht typisch, sondern im Gegenteil einzigartig ist die Strecke, die die Ilztalbahn befährt. Vom Passauer Hauptbahnhof überquert sie die Donau und taucht in den Wald ein. Kaum eine Straße ist zu sehen an der Strecke, dafür kommt der Bahnfahrer der schwarzfunkelnden Ilz so nah, dass er die einzelnen Steine im Flussbett erkennt. Tiefenbach, Fischhaus, Kalteneck, Fürsteneck heißen die Haltepunkte, die die Ilztalbahn passiert. Ländliche Bilderbuchidylle umhüllt den Zug, es geht am Kuhstall vorbei, an der Neuhausmühle, durch dunklen Wald und zwischen Felsen hindurch. Nach dem Halt in Röhrnbach bietet sich schließlich der Frontalblick auf Waldkirchen mit seiner prominenten Kirche.
Stefan Steidl und Frank Schmid sitzen sich gegenüber und reden über das gute Wetter. Sie wollen ihre Eltern in Fürsteneck besuchen. „Da hat sich die Bahn angeboten, das ist einfach eine wunderschöne Strecke“, schwärmt Schmid. „Wir kaufen uns eine Saisonkarte − dann können wir sogar öfters heimfahren, tanken kostet ja genauso viel“, stellt er fest.
Seit 1982 verkehrten auf der Strecke der Ilztalbahn keine regulären Personenzüge mehr. Langsam wurde auch der Güterverkehr weniger, bis der Betrieb 2002 ganz eingestellt wurde. Die Schneise der Ilztalbahn fand schnell neue Interessenten: Ein Radweg sollte gebaut werden, selbst die Kommunen gaben ihr O.K., schon stand der Baubeginn fest. Doch dafür hätte die Bahn der Entwidmung der Strecke zustimmen müssen, das lehnte sie ab. Langsam drehte sich der Wind zugunsten der Bahnbefürworter.
„Das sind so viele neue Möglichkeiten“, findet der Passauer Frank Schmid, „man kann auch das Radl mitnehmen und zurückradeln.“ „Ich finde die Bahn- und die Radwegbefürworter sollten da Hand in Hand gehen“, fügt Steidl hinzu, „das widerspricht sich ja eigentlich gar nicht.“
Der alte Streit zwischen Bahnbefürwortern und -gegnern spielt am Eröffnungswochenende nur ganz am Rande eine Rolle. Ludwig Lankl, Landrat von Freyung-Grafenau, gibt zu: „Ich stand der Sache am Anfang skeptisch gegenüber, wurde aber eines besseren belehrt.“ Auch er hat am Samstag wie seine Kollegen Staatsminister Helmut Brunner, Staatssekretär Dr. Max Stadler, MdL Eike Hallitzky sowie MdL Bernhard Roos an der ersten Fahrt der Ilztalbahn von Passau nach Freyung teilgenommen.
Viele haben die Ilztalbahner mittlerweile umgestimmt und auf ihre Seite gezogen. Dennoch, alle Signale sind noch nicht auf Grün geschaltet für eine erfolgreiche Zukunft des Zugs zwischen Passau und Freyung.
Den laufenden Betrieb kann die Ilztalbahn-GmbH in der ersten Saison selbst stemmen, so der Plan. Für die Instandhaltung der Strecke sind aber Investitionen nötig, die EU will Fördergelder in Höhe von 1,6 Millionen Euro zur Verfügung stellen − wenn bis 19. September eine entsprechende Bürgschaft vorliegt. Die bayerische Staatsregierung ist nicht überzeugt. „Das Wirtschaftsministerium reagiert zurückhaltend, weil es derzeit von keinem rentablen Konzept ausgeht“, erklärt Brunner.
„Wir haben bisher keinen Cent vom Staat“
Bisher ging es auch ohne staatliche Hilfe. Unermüdliche Eigenarbeit in der Instandsetzung der Strecke war ein Teil davon, Darlehen und das Stammkapital der GmbH in Höhe von 770 000 Euro haben die Bahnfreunde vorgestreckt. „Die EU-Gelder brauchen wir jetzt, um die Substanz der Strecke zu verbessern, damit sie auch in 25 bis 30 Jahren noch in gutem Zustand ist“, erklärt Geschäftsführer Thomas Schempf.
Ob das Projekt Ilztalbahn zukünftig ausgebaut werden soll und etwa Werktagsverkehr eingeführt werden könnte, lassen die Gesellschafter offen. „Öffentlicher Personennahverkehr wird vom Staat bestellt − wir haben bisher keinen Cent vom bayerischen Staat“, betont Helmut Wast Streit, ebenfalls Geschäftsführer der Ilztalbahn-GmbH. Diesen Anspruch könne man also nicht stellen.
Ganz konnte die Ilztalbahn an ihrem ersten Betriebswochenende den Eindruck des Bummelzugs für Liebhaber noch nicht ablegen. Dennoch, die Aufregung vom Samstagmorgen ist am Nachmittag der Regionalbahn-Normalität gewichen. Gedämpfte Unterhaltungen, ein paar Kinderstimmen und müde Wanderer, die den Ausblick über die Höhen des Bayerischen Waldes nicht mehr genießen können, weil ihnen längst die Augen zugefallen sind. Für Heidi Geppert und ihre Schwester wird die Ilztalbahn dennoch immer ihre Nostalgiestrecke bleiben. Aber sie werden wiederkommen – und mehr wollen die Ilztalbahner doch gar nicht.
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PNP vom 28.6.2011Das neue Motto: „Jetzt sind Sie am Zug!“
Artikel zum Runterladen (PDF)––––––––––––––––––––––
PNP Freyung vom 13.01.2011Ilztalbahn: Grünes Signal am 16. Juli 2011
ITB und Förderverein bereiten Aufnahme des Betriebs auf der Gesamtstrecke Passau-Freyung vor
Freyung-Grafenau. In einem „Neujahrs-Brief“ an die Mitglieder des Fördervereins Ilztalbahn e.V. hat dessen Vorsitzender Michael Liebl die Reaktivierung der Ilztalbahn auf der Gesamtstrecke Passau-Freyung für den 16. Juli angekündigt.„Damit kommen ganz neue Herausforderungen auf uns zu,“ so Liebl.
Erste Weichen seien bereits gestellt. Die ITB hat noch im Dezember damit begonnen, zusammen mit dem Unternehmen „atelier&friends“ ein Marketing-Konzept zu entwickeln. Außerdem wird am 15. Januar im IGZ Waldkirchen die Ausbildung der Lokführer unter der Anleitung eines erfahrenen Lehrerteams fortgesetzt. 15 Interessenten aus dem Kreis der ITB-Mitglieder haben sich dazu angemeldet.
„Die Wiedereröffnung der Strecke zwischen Freyung und Waldkirchen am 12. September war ein spektakuläres Ereignis und hat der breiten Öffentlichkeit gezeigt, dass die Bevölkerung hinter uns steht und diese Bahn auch wirklich nutzen will“, blickt Liebl zurück, „dank der großartigen Unterstützung vieler Fördervereinsmitglieder und des beispiellosen Einsatzes der beiden Geschäftsführer der ITB wurde der Erfolg möglich.“ Etwa 4000 freiwillige Arbeitsstunden „auf der Schiene“ und viel Arbeit auch hinter den Kulissen gehörten da dazu.
Die bisherigen Aufwendungen für die Sanierung der Strecke deuten laut Liebl darauf hin, „dass wir für die Wiederinbetriebnahme der Strecke im Rahmen der 870 000 Euro bleiben werden, die wir immer in der Öffentlichkeit genannt haben.“ Für das Gesamtprojekt „Grenzüberschreitendes Freizeitverkehrsnetz Donau-Ilz-Moldau“ stehen derzeit 2,2 Millionen Euro zur Verfügung. Darunter sind 1,6 Millionen Euro zugesagte Fördergelder der EU. „Mit diesen Mitteln werden wir zusätzlich einiges für den Ausbau und die nachhaltige Sicherung unserer Strecke tun können – vorausgesetzt, dass diese Fördergelder auch wirklich fließen“, so Fördervereinsvorsitzender Liebl, „ich bin mir sicher, dass wir das zeitnah hinbekommen werden, auch mit Hilfe unserer Paten aus der Politik.“
„Unser Projekt ist eine Bürgerbahn“
Der Fahrplan für den Zugverkehr steht bereits im amtlichen Kursbuch (Nr.: 12888). Auch im Fahrplanheft der südböhmischen Bahn, mit der die ITB erste Vereinbarungen für ein gemeinsames Ticket getroffen hat, wird auf die neue Verbindung hingewiesen. Die Vertaktung über die Grenze wird durch die Busverbindungen gewährleistet, die der Landkreis Freyung-Grafenau bestellt.
„Eigentlich müsste es ja unserer Sache helfen, dass der Bayerische Ministerpräsident kürzlich bei seiner Visite in Prag mit der dortigen Regierung auch eine Verbesserung der Verkehrswege zwischen Bayern und Böhmen vereinbart hat“, meint Michael Liebl, „so etwas verfängt sich gelegentlich auch in den Ohren der lokalen Amtsträger.“
Manche Anliegergemeinden verhielten sich bisher ja noch recht zurückhaltend gegenüber den Reaktivierungs-Bemühungen. „Doch scheint jetzt auch hier das Eis zu brechen“, so Liebl, „als erste Gemeinde im Landkreis Passau möchte nun die Gemeinde Ruderting mit uns ins Gespräch kommen.“ Liebl: „Wir können – so meine ich – unser Projekt mit Fug und Recht ,Bürgerbahn’ nennen. Die Politik hat sich ja die Aufgabe nicht zugetraut. Wir Bürger sind es, die bereit sind, etwas zu wagen und Hand anzulegen. Zu den bewährten Kräften um Sepp Kolmer, Max Reidl, Sepp Gais oder Karl Jonas, die ich stellvertretend für die vielen nennen möchte, sind weitere hinzugekommen, wie Tobias Leuchtner oder Stefan Zöls, die beispielhaft genannt seien.“ Und die Zahl der Mitglieder des Fördervereins wächst beständig.
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Gemeinsame Presseerklärung ITB GmbH/Förderverein Ilztalbahn, Freyung/Waldkirchen vom 12.10.2009Es bleibt bei 870.000 € für die Reaktivierung der Ilztalbahn – 7,5 Mill.€ für ein großes touristisches Gesamtprojekt
In der Zeitung „Am Sonntag“, Passau vom 11.10.2009 wird behauptet, dass die ITB GmbH zur Reaktivierung der Bahntrasse Passau-Freyung 7,5 Mill. € benötige. Es wird unterstellt, dass die ITB bewusst die Öffentlichkeit getäuscht hätte.
Richtig hingegen ist:
1) Die Wiederherstellung der Strecke im Einzugbetrieb ist mit 870.000 € kalkuliert und ist genau so durch die ITB GmbH beantragt worden.
2) Zusätzlich wurde zur Realisierung des grenzüberschreitenden Freizeitverkehrskonzeptes „Donau-Ilz-Moldau“ von mehreren Antragsstellern ein Gesamtantrag über 7,5 Mill. € gestellt. Dieser Gesamtantrag besteht aus 5 Teilen.
Es handelt sich hierbei um ein zukunftsweisendes Projekt von europäischer Dimension, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Entwicklung der Euregio Donau-Moldau zu stärken. Eingebunden sind der Landkreis FRG, die Städte Freyung und Waldkirchen, der Bezirk Südböhmen, der Gemeindeverband Obermoldau, sowie die Tschechische Bahn und die Ilztalbahn.
Dabei geht es um ein umfassendes touristisches Gesamtkonzept, das neben dem Bahnbetrieb zwischen Passau und Freyung auch den vernetzten touristischen Verkehr nach Tschechien beinhalten soll – samt modernen Zügen, Bussen, Radwegen, neu gestalteten Bahnhofsbereichen und einem Marketing-Budget, um Touristen von den neuen Möglichkeiten zu begeistern.
Die völlig aus der Luft gegriffenen Unterstellungen der Berichterstatter und die Befürchtungen der Trassenanlieger-Bürgermeister, dass die Kommunen zur Kasse gebeten werden, entbehren jeder Grundlage.
Für das von der ITB federführend beantragte Bahnprojekt Passau – Waldkirchen – Freyung übernimmt die ITB die komplette Kofinanzierung. Die ITB stellt die anderen Projektpartner gemäß der Partnerschaftsvereinbarung von jeglichen finanziellen Verpflichtungen für die Wiederherstellung und den Betrieb der Bahnlinie Passau – Waldkirchen – Freyung im touristischen Verkehr frei. Dies ist bereits in dieser Vereinbarung und im Zuschussantrag schriftlich dokumentiert und gegengezeichnet.
Fazit: Die Wiederinbetriebnahme erfolgt ohne finanzielle Hilfe der Kommunen.
Anderslautende Behauptungen sind nachweislich frei erfunden.
Die Städte Freyung und Waldkirchen haben als Projektpartner ihrerseits Anträge auf Verbesserung ihres Bahnhofsumfeldes gestellt. Der Landkreis Freyung-Grafenau hat erst vor kurzem die Finanzierung der grenzüberschreitenden Busverkehre beschlossen.
Alle anderen Kommunen zwischen Passau und Röhrnbach sind nicht beteiligt.
Wir, der Förderverein Ilztalbahn und die ITB-GmbH, halten an unserem Ziel fest, dass der Verkehr im Jahr 2010 aufgenommen werden kann. Schon jetzt fährt unser Bauzug zu Revisionszwecken auf unserer Strecke.
Gegen die Verbreitung unwahrer Unterstellungen behalten wir uns juristische Schritte vor. Der Förderverein Ilztalbahn und die ITB-GmbH werden sich nicht beirren lassen.
Gezeichnet:
Prof. Dr. Thomas Schempf, Dipl.Ing Helmut Streit, Michael Liebl, Hermann Schoyerer