{"id":2103,"date":"2024-07-18T12:43:00","date_gmt":"2024-07-18T10:43:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.derpassauer.de\/ILZTALBAHN\/wordpress\/?p=2103"},"modified":"2024-08-06T06:55:46","modified_gmt":"2024-08-06T04:55:46","slug":"informationsabend-ueber-aktuelle-entwicklungen-der-ilztalbahn-am-25-07-24-um-1800-in-der-geyerei-in-freyung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.derpassauer.de\/ILZTALBAHN\/wordpress\/2024\/07\/informationsabend-ueber-aktuelle-entwicklungen-der-ilztalbahn-am-25-07-24-um-1800-in-der-geyerei-in-freyung\/","title":{"rendered":"Bericht zum Informationsabend \u00fcber aktuelle Entwicklungen der Ilztalbahn am 25.07.24 in Freyung"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Pressemitteilung Ilztalbahn GmbH | Waldkirchen, 2. August 2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eDie Region muss sich endlich zu \u201aihrer\u2018 Ilztalbahn bekennen\u201c \u2013 Informationsabend mit R\u00fcck- und Ausblick<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit 2011 f\u00e4hrt die reaktivierte Ilztalbahn wieder \u2013 dank unz\u00e4hliger ehrenamtlicher Arbeitsstunden. Am Donnerstag, den 25. Juli, informierte Prof. Thomas Schempf, ehrenamtlicher Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Ilztalbahn GmbH, im Rahmen eines Informationsabends in der GeYerei in Freyung \u00fcber den Status Quo und die Perspektiven des Projekts.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein vor kurzem ausgestrahlter Fernsehbeitrag diente als Aufh\u00e4nger: Die ARD-Sendung \u201eKontrovers\u201c begleitete vor einigen Wochen die Ilztalbahn-Aktiven bei der Arbeit an der Strecke. Den ausgestrahlten Beitrag unter dem Titel \u201eSchienenirrsinn und Pendlerchaos: Ist die Verkehrswende zu schaffen?\u201c, nahm Schempf zum Anlass, die Rolle der Politik anzusprechen:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Weiter kein Fortschritt bei der Potenzialanalyse<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eF\u00fcr die Potenzialanalyse gibt es zwar positive Grundsatzbeschl\u00fcsse aus dem Landkreis Freyung-Grafenau und von der Stadt Passau, eine dar\u00fcber hinausgehende wirksame politische Unterst\u00fctzung aus den beiden Gebietsk\u00f6rperschaften erkennen wir derzeit allerdings nicht. Der fehlende, eindeutig positive Grundsatzbeschluss aus dem Landkreis Passau verhindert seit neun Jahren jeglichen Fortgang. Wir haben doch bei der Bahnlinie Gotteszell \u2013 Viechtach gesehen, was vereinte regionale Kr\u00e4fte bewirken k\u00f6nnen.\u201c Doch auch von der Bayerischen Staatsregierung vermisst Schempf eine klare Verkehrspolitik pro Schiene: \u201eDer aktuelle Koalitionsvertrag ist eine einzige Entt\u00e4uschung. Verantwortung wird auf den Bund abgeschoben, dass es mit Gmunden (Ober\u00f6sterreich) statt Gem\u00fcnden am Main sogar ein Schreibfehler in das Dokument geschafft hat zeigt, welchen Stellenwert der Schienenverkehr f\u00fcr die aktuelle Regierung hat.\u201c Hinzu kommt, dass die neun derzeit in Bayern positiv bewerteten Reaktivierungsprojekte nicht oder nur \u00e4u\u00dferst z\u00f6gerlich vorankommen. Problem, so Schempf, sei neben falscher Priorit\u00e4tensetzung die teilweise Zweckentfremdung von Regionalisierungsmitteln, unter anderem f\u00fcr den Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in M\u00fcnchen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Herausforderungen im aktuellen Betrieb<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zufrieden ist Schempf mit der aktuellen Fahrgastnachfrage auf der Ilztalbahn. Insbesondere aus der Region nutzen zu wenige Menschen die Wochenendverkehre. \u201eDer parallel verkehrende Schnellbus und das dort g\u00fcltige Deutschlandticket setzen unserem Fahrgastpotenzial zu, genauso wie das wechselhafte Wetter.\u201c Schempf blickt allerdings optimistisch auf die Sommerferien, die gew\u00f6hnlich deutlich mehr Fahrg\u00e4ste in die Z\u00fcge bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Erw\u00e4hnt wurde auch die Neuaufstellung der Ilztalbahn GmbH. Nach der Trennung vom langj\u00e4hrigen Kooperationspartner, der Rhein-Sieg-Eisenbahn, verf\u00fcgt die Ilztalbahn GmbH nun \u00fcber eigene Genehmigungen zum Betrieb der Strecke. Schempf betont, dass auch hier fast alle Aufgaben ehrenamtlich erf\u00fcllt werden und dankt allen Beteiligten, allen voran den neuen Eisenbahnbetriebsleitern der Ilztalbahn, Sebastian Gr\u00fcnzweig, Stefan G\u00e4rditz und Daniel Preis, sowie dem \u00f6rtlichen Betriebsleiter Christoph Fleissner.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Arbeitskreis der Nicht-Bundeseigenen Eisenbahnen in Bayern ist die Ilztalbahn bestens politisch vernetzt. Aus dem F\u00f6rderprogramm CIP-NE konnten im Jahr 2023 35 Mio. \u20ac in die private Eisenbahninfrastruktur flie\u00dfen. Vom gr\u00f6\u00dften Anteil aus dem F\u00f6rdertopf profitiert dabei die Regentalbahn, die mit den Geldern den Regelbetrieb zwischen Gotteszell und Viechtach sichern konnte. Aber auch die Ilztalbahn konnte \u00fcber 2,6 Mio. \u20ac aus dem F\u00f6rdertopf in ihre Strecke investieren. Kritisch sieht Schempf, dass das F\u00f6rderprogramm keine Verstetigung gefunden hat und im aktuellen Haushalt nur ein \u201eLeertitel\u201c daf\u00fcr vorgehalten wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Positive Entwicklungen gibt es auch bei der Finanzierung der Bahn\u00fcberg\u00e4nge. Dank einer Novelle des Eisenbahnkreuzungsgesetzes fallen bei Ausbauten keine Kosten f\u00fcr den kommunalen Stra\u00dfenbaulasttr\u00e4ger mehr an. Bef\u00fcrchtungen, dass die technische Sicherung der zahlreichen Bahn\u00fcberg\u00e4nge von den Kommunen entlang der Strecke finanziert werden m\u00fcssen, sind damit obsolet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auf der Suche nach realistischen Zwischenschritten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Langfristiges Ziel der Ilztalbahn GmbH bleibt weiterhin der t\u00e4gliche Regelbetrieb im Stundentakt. Die fehlende kurz- und mittelfristige Perspektive erfordert allerdings die Suche nach realistischen Zwischenzielen. \u201eWas k\u00f6nnen wir tun, dass wir f\u00fcr die Ilztalbahn auch in den n\u00e4chsten Jahren eine deutliche Verbesserung erreichen?\u201c, er\u00f6ffnet Schempf die Diskussionsrunde. \u201eWenn wir in Bayern auf die klassische Umsetzung des Reaktivierungsprozesses warten, reden wir selbst im optimistischen Fall von Zeitfenstern, die sich weit in die 2030er-Jahre hinein erstrecken.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Frage, ob nicht der Freistaat Freizeitverkehre auf der Ilztalbahn bestellen k\u00f6nne, erwidert Schempf, dass es in Bayern keine Finanzierung von touristischen Verkehren gebe. \u201eDie Zust\u00e4ndigkeit daf\u00fcr wurde mit Beginn der Legislaturperiode in das Landwirtschaftsministerium verschoben, das Verkehrsministerium sieht sich nicht in der Verantwortung.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Am 21. September l\u00e4dt die Ilztalbahn im Rahmen des bundesweiten \u201eTag der Schiene\u201c zu einem Bahnhofsfest nach Waldkirchen ein. Zum Abschluss betont Schempf, dass dank der Ilztalbahn Freyung, Waldkirchen und alle anderen Orte entlang der Ilztalbahn weiterhin einen Schienenanschluss haben: \u201eDer Erhalt dieser wertvollen Infrastruktur bleibt auch weiterhin das wichtigste Ziel der Ilztalbahn-Initiative.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Meinungen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Michael Liebl, ehemaliger 1. Vorsitzender des F\u00f6rdervereins Ilztalbahn e. V: \u201eDie Bahn nimmt nichts weg, da kommt was dazu.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eTrotz der enormen Verkehrsprobleme in Passau ist kein politischer Wille erkennbar, die verf\u00fcgbaren Gleise zu nutzen. Obwohl schon fast 10 Mio. \u20ac \u00f6ffentliche Gelder in das Projekt Ilztalbahn geflossen sind, darf die Strecke aus politischen Gr\u00fcnden nicht genutzt werden. Dabei nimmt die Bahn nichts weg, da kommt was dazu.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eike Hallitzky, Mitglied des Kreistags des Landkreises Passau: \u201eIlztalbahn als sinnvolle Erg\u00e4nzung\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Ilztalbahn k\u00f6nnte zun\u00e4chst als zus\u00e4tzliches Angebot zu den bestehenden Busverkehren etabliert werden. So k\u00f6nnen Bef\u00fcrchtungen \u00fcber Verschlechterungen im Busangebot direkt ausger\u00e4umt werden. Gerade am Wochenende, wo die Buslinie 100 nur im Zweistundentakt verkehrt, k\u00f6nnte die Bahn mittelfristig eine sinnvolle Erg\u00e4nzung darstellen, sofern einheitliche Tarife gelten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bernd Sluka, Verkehrsclub Deutschland Landesverband Bayern e. V.: \u201ePerspektiven aufzeigen\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Ilztalbahn sollte verst\u00e4rkt in die \u00d6ffentlichkeit treten und die Vorz\u00fcge der Bahn herauszustellen. Neben dem Vorteil der Staufreiheit sehe ich auch Perspektiven in der Anwendung alternativer, lokal emissionsfreier Antriebe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hans Madl-Deinhardt, 1. Vorsitzender des F\u00f6rdervereins Ilztalbahn e. V.: \u201eEine enorme ehrenamtliche Leistung\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas wir jedes Jahr ehrenamtlich mit der Instandhaltung der Strecke und dem Zugbetrieb leisten, ist unbeschreiblich. Wir m\u00fcssen allerdings jetzt schon \u00dcberlegungen starten, wie das Projekt Ilztalbahn in zwei Jahren weitergeht, da dann durch den Wegfall der F\u00f6rdermittelbindung mehr Freiheiten in der Ausgestaltung der Verkehre bestehen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pressemitteilung Ilztalbahn GmbH | Waldkirchen, 2. 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